Die Dämonin Proserpina findet sich in den Eingeweiden von Luzifers magischer Apparatur wieder…

Lichtblitze jagten an Proserpina vorbei, während sie sich in rasender Geschwindigkeit durch eine elektrische Leitung bewegte.

Als sie den Knopf unter dem Tisch des Türstehers in Luzifers Partyzone gedrückt hatte, war ein Mechanismus aktiviert worden, der darauf ausgelegt zu sein schien, positiv geladenen Äther-Teile von Materie zu trennen und zu absorbieren.
Anstatt der Apparatur nachzugeben und zuzulassen, dass die Äther-Energie der Schutzengel-Verträge aus ihrem Herzen gesogen wurde, hatte Proserpina sich in elektrische Ladung transformiert.
Das war ein reiner Routinevorgang: Prosperina vollzog diesen Prozess jedes Mal, wenn sie von einer Erscheinungsform in die andere wechselte.
Luzifers seltsame Maschine hatte deshalb nicht nur die positiv geladenen Äther-Anteile der Schutzengel, sondern die gesamte Energie der Dämonen-Königin aufgesogen.

Und nun jagte Proserpina – nur noch bestehend aus Bewusstsein und Energie – durch die Spiralen eines teuflischen Transformators! Sie versuchte, ihre Todesangst zu ignorieren.
Erst einmal in ihrer 2500jährigen Existenz war sie der vollkommenen Auslöschung so nah gewesen, wie in diesem Augenblick.
Über Jahrhunderte hatte sie es vorgezogen, nicht über ihre Vergangenheit nachzudenken. Aber jetzt, während sie als Lichtblitz durch die Eingeweide des magischen Transformators schoss, tauchten lang vergessene Bilder in ihrem Bewusstsein auf.

Wie sie, Tochter des Jupiter und der Ceres, in Tempeln angebetet wurde. Das paradiesische Leben im Olymp. Pluto, der auf einer von vier Rappen gezogenen Kutsche in ihrem Zuhause auftauchte. Wie er sie überwältigte und mit brutaler Gewalt in die Unterwelt verschleppte. Niemand hatte ihr damals geholfen! Nicht einmal ihre eigene Mutter!
Dass das römische Volk hinterher behauptete, Ceres hätte nach ihrem Kind gesucht und durchgesetzt, dass Proserpina die Hälfte des Jahres im Olymp leben durfte, war eine reine Phantasie gewesen! Die Römer konnten die Idee nicht aushalten, eine – von ihnen verehrte – Göttin könne ihre eigene Tochter verraten.
Diese Lüge gab Proserpina den Rest!
Sie hatte ihre Lehren aus der Sache gezogen und beschlossen, niemals wieder irgendjemandem zu vertrauen. Über Jahrhunderte hatte sie im Geheimen an ihren magischen Kräften gearbeitet, bis sie zur mächtigen Dämonin geworden war. Sie hatte Pluto für das, was er ihr angetan hatte, bezahlen lassen. Er war in der Hölle längst vergessen.
Proserpina stieg zur Dämonen-Königin auf. Allerdings nur mit Hilfe Beelzebubs, des Kanzlers des Ordens der Fliege. Dabei war sie ihm in ihren magischen Fähigkeiten weit überlegen. Aber in der Hölle galt das Prinzip, dass eine Dämonin einen Dämon brauchte, um Macht zu haben.
Und Beelzebub war von allen Dämonen der erträglichste gewesen. Es gab sogar Tage, an denen Proserpina ihn mochte.

Proserpina spürte, wie sich ihre Energie in einer noch nie zuvor erlebten Weise verdichtete. Die positiven Äther-Anteile der Schutzengel verschmolzen mit ihrer Dämonen-Energie. Bis an ihre Grenzen aufgeladen wurde sie aus dem Transformator gescheudert, und schoss durch elektrische Leitungen tiefer und tiefer in das Innere der Erde.

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