Erzengel Suriyel beschließt, die kontaminierten Schutzengel Friedrichhains in Sicherheit zu bringen…

Gabriel saß, das Kinn auf die Knie gestützt, auf einem der Stühle der Teestube des Buddhistischen Zentrums und beobachtete Suriyel. https://www.water-runs-east.eu/gabriel/

Der stand am Tresen und füllte heißes Wasser in zwei Tassen. https://www.water-runs-east.eu/suriyel/

Als er damit fertig war, trat er an den Tisch, stellte eine der dampfenden Tassen vor ihr ab und setzte sich mit der anderen ihr gegenüber. Stumm starrte er durch die Terrassentür in den Garten.

Gabriel folgte seinem Blick. In der Morgendämmerung zeichneten sich die weißen Rundungen der Stupa gegen die mit Efeu überwucherte Wand des Nachbarhauses ab. Dort draußen hatten sie vor ein paar Stunden im Schutz der Dunkelheit den toten Schutzengel begraben. Sie stand immer noch so unter Schock, dass sie keinen logisch strukturierten Gedanken zu Stande brachte. https://www.water-runs-east.eu/zersetzung/

Im Gegensatz zu ihr schien Suriyel funktionstüchtig zu sein. „Die Schutzengel müssen weg aus Friedrichshain! Hier ist es viel zu gefährlich für sie, solange wir nicht wissen, wie Luzifer das anstellt. Es darf auf keinen Fall ein weiterer Engel sterben!“

Gabriel schreckte auf. „Sie können definitiv nicht in den neunten Chor! Zweihundert kontaminierte Schutzengel würden totales Chaos im Himmel anrichten! Die Geschichte würde sich wie ein Lauffeuer verbreiten! Sämtliche Engelschöre würden in Panik geraten!“

„Das hatte ich auch nicht vor. Außerdem bezweifle ich, dass wir sie in ihren Chor hoch kriegen würden. Sie schaffen es ja nicht einmal durch die Pforte in das Buddhistische Zentrum! Wie sollen sie da in den Himmel kommen?“

„Wohin willst du sie dann bringen?“

„Ich hatte an Uriels Mühle gedacht.“ https://www.water-runs-east.eu/uriel/

„Zweihundert Schutzengel bei Uriel? Da macht der doch nie mit!““

„Hast du eine bessere Idee?“

Gabriel versuchte, einen Gedanken zu produzieren. Es ging nicht. „Nein. Mir fällt nichts ein.“

„Dann müssen sie in die Mühle.“

„Und wie willst du Uriel dazu bringen, dass er Dir das erlaubt?“

„Er muss! Die Schutzengel sterben sonst!“

„Uriel wohnt da alleine! Der schafft das überhaupt nicht. Es kann sich ja wohl kaum Uriels Hund um die Engel kümmern! Und wir waren uns einig, dass wir keine Unterstützung von oben anfordern! Die Gefahr, dass Gerüchte rumgehen, ist einfach zu groß.“

Suriyel blieb stur. „Uriel kriegt das hin. Das ist alles eine Frage der Organisation!“

Gabriel verdrehte die Augen. Dass Suriyel aber auch immer so dickköpfig sein musste! Ein Gedanke blitzte in ihrem Gehirn auf. „Maria langweilt sich im Himmel zu Tode und kann super mit Engeln. Vor allem mit den kleinen. Wenn sie mit in die Mühle kommt, um sich um die Schutzengel zu kümmern, könnte Uriel das hinbekommen. Und Maria kann er eh nichts abschlagen.“ https://www.water-runs-east.eu/maria/

Suriyel nickte. „Frag Maria!“

Gabriel verkniff sich ein „Wie wäre es mit ‚Bitte‘?“, stand auf und ging in den Tempel gegenüber der Teestube. Sie wollte in Ruhe mit Maria sprechen.

Als Gabriel eine Viertelstunde später zurück in die Teestube kam, war die leer. Sie fand Suriyel im Keller. Er stand an der Werkbank und schraubte irgendwelche Metallteile zusammen. „Was machst du da?“

„Nichts von Bedeutung. Was hat Maria gesagt?“

„Sie macht es.“

„Wann kann sie kommen?“

„Heute Nachmittag. Sie muss vorher noch mit Christus sprechen. Ich habe ihr gesagt, sie soll ihm alles erzählen. Wenn er noch Fragen hat, kann er sich an einen von uns wenden. Und ich habe ihr gesagt, dass ich denke, dass es besser wäre, der Allmächtige würde erst mal nichts von der Sache erfahren. Er neigt zur Überreaktion, wenn es um Luzifer geht.“

Suriyel legte sein Werkzeug zur Seite. „Das ist eine Angelegenheit unter Erzengeln. Ich sage Uriel Bescheid.“ Damit verschwand er aus dem Keller.