Zu seiner großen Erleichterung gelangt der gefallene Erzengel Luzifer an eine Mauer und ein Tor…

Luzifer hastete durch den Nebel. Unter den Sohlen seiner Lacklederschuhe knirschte der Kies. Zu seiner grenzenlosen Erleichterung war er nach längerem Umherrirren auf eine befestigte Straße gestossen. Früher oder später musste sie ihn zu einer Behausung oder Markierung führen, die ihm verraten würde, wo er in Dreiteufelsnamen hingeraten war!

Im Dahinlaufen rief er sich das Zusammentreffen mit Beelzebub und Cabor im Ätherraum ins Gedächtnis. Ihre erschrockenen Gesichter, als er die Tür aufriss. Den vor Wut schäumenden Beelzebub, wie der auf Cabor einschlug.

Und dann die Explosion. Das Licht!

Luzifers Körper war von einer unbeschreiblichen Kraft durchdrungen und regelrecht gesprengt worden. Er war sich in diesem Moment sicher gewesen, zu sterben.

Stattdessen hatte er sich in seiner gewohnten teuflischen Gestalt in einer Steinwüste wiedergefunden. Umgeben von dichtem Nebel. Und völlig allein.

Luzifer schätzte es nicht allein zu sein. Wenn er ehrlich zu sich war, machte es ihm Angst.

Und er hasste es, keinen Überblick zu haben. Keine Kontrolle!

Üblicherweise war er es, der die Spielregeln bestimmte. Wer immer mit ihm zu tun hatte, war seinen teuflischen Plänen ausgeliefert. Seinen Kontrahenten blieb nur, zu reagieren.

So war es schon immer gewesen, so würde es bis an das Ende aller Tage sein. Davon war er zumindest bisher immer ausgegangen.

Aber irgendeine unbeschreibliche Kraft, die selbst der Allmacht Gottes überlegen zu sein schien, hatte ihn enttrohnt.

Das Gefühl der völligen Hilflosigkeit, das ihn überschwemmte, war nicht auszuhalten! Verzweifelt knirschte er mit den Zähnen.

Von Angst geschüttelt, beschleunigte Luzifer seine Schritte. Irgendwo an dieser Straße musste eine Behausung auftauchen. Leben!

Es ging aufwärts. Luzifer schritt weiter energisch aus. Nur weg von hier!

Schweiß tropfte ihm von der Stirn. Der Brioni-Anzug klebte an seinem Rücken. Das einzige, was er hörte, war sein eigener gepresster Atem.

Da! Der Nebel wurde mit jedem Schritt lichter! Vor ihm tat sich eine Hochebene auf.

In der Ferne entdeckte er eine riesige graue Mauer. Die Straße, auf der er lief, führte auf ein Tor darin zu.

Vor diesem Zugang stand ein lebendes Wesen, das einen großen Rucksack über den Schultern zu tragen schien. Gerade in diesem Moment klopfte der Fremde an das Tor. Sein lautes Pochen klang unnatürlich laut über die Hochebene.

Luzifer stöhnte erleichtert auf und begann zu rennen.