Engel, Teufel, Dämonen, Dakinis, Schützer und Mamos werden zu Fantasy transformieren. Der Blog kehrt zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurück…

Fünf Monate lang – seit Anfang September – habe ich in diesem Blog eine Geschichte von Engeln und Dakinis erzählt.
Dass – von meinem allerersten Blog-Eintrag an – alle Protagonisten der Geschichten, die ich hier schreibe, die Namen christlicher Heiliger tragen, war mir nie bewusst.
Und dass dies in einem Blog, der sich mit buddhistischer Meditation beschäftigt, etwas seltsam ist, kam mir nie in den Sinn.
Wenn mich jemand darauf angesprochen hätte – was nicht geschehen ist – hätte ich gesagt: „Zufall“…
Maria hat sich ihr Alias selbst ausgesucht.
Die Entscheidung, dem Herrn der Mühle einen Erzengel zum Paten zu geben, verdankte sich einer plötzlichen Eingebung und der Tatsache, dass Uriel den Namen mochte.
Suriyel wurde zum Erzengel, weil Uriel bereits einer war.
Alles Zufälle.
So es die denn wirklich gibt…
Letzten Sommer traf ich in Berlin-Friedrichshain auf einen zutiefst buddhistischen rundlichen Herrn mit Fusselbart. Der, beschloss ich, sollte auch in den Blog. Er brauchte ein Alias. Zwei Engel hatte ich schon, warum nicht einen dritten?
Ich machte mich auf die Suche nach einem stimmigen Engelsnamen – und mir wurde das erste Mal bewusst, was ich da Seltsames tat!
In der S-Bahn in Richtung Berlin-Südkreuz fasste ich deshalb zwei Beschlüsse:
Der neue Blog-Protagonist sollte nach dem Schutzengel Israfel benannt werden.
Und ich würde eine Reihe von Texten schreiben, in denen ich die christlichen Alias meiner Protagonisten ernst nehmen wollte. Genauso wie ihre buddhistischen Überzeugungen.
Ein Experiment.
Eine literarische Operation am offenen Herzen zweier Weltreligionen. In Echtzeit durchgeführt in meinem Blog.
Nachdem ich diesen Beschluss gefasst hatte, dachte ich nicht mehr weiter über die Konsequenzen meiner Pläne nach. Weder für den Blog, noch für mein Leben.
Es wäre zu gruselig gewesen. Die Aufgabe zu groß. Der Ärger unvorhersehbar.
Ich hätte es sonst nicht getan.
Aber die Texte – das war mir in dem Moment bewusst geworden, als mir klar war, was ich da eigentlich in meinem Blog trieb – mussten geschrieben werden. Wenn etwas so seltsam ist – und dazu so offensichtlich wie verschleiert – hat das eine tiefere Bedeutung.
Dann ist es Karma…
Ich fragte natürlich zuvor um Erlaubnis. Meine Protagonisten sind aus Fleisch und Blut – und ich bin zudem mit ihnen befreundet.
Maria war entzückt.
Bei den beiden Erzengeln hielt sich die Begeisterung merklich in Grenzen. Als überzeugte Buddhisten in einer Geschichte mit dem Allmächtigen und seinen himmlischen Heerscharen verbraten zu werden, behagte ihnen nicht.
Sie gaben trotzdem ihr Einverständnis, was ich ihnen hoch anrechnete.
Ich fing also an zu schreiben – und amüsierte mich köstlich dabei!
Zumindest anfangs…
Denn mit der Zeit nahm das Projekt gewaltige Ausmaße an: Ich hatte sechs Wochen für das neue Blogthema veranschlagt. Es wurden fünf Monate daraus.
Und die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt, wie alle wissen, die bis jetzt tapfer mitgelesen haben.
Das „Ups-Baby“, stellte sich im Laufe der letzten Wochen heraus, ist das Fragment eines Fantasy-Romans!
Weil ich mich unversehens von der Gattung „Blog-Text“ in die Gattung „Fantasy“ gebeamt hatte, wurde ich das erste Mal mit den Grenzen meines Blogs konfrontiert. Das Spielen mit verschiedenen Szenarien, das Ausarbeiten von Neben-Charakteren und parallelen Handlungssträngen – all das sprengte den Rahmen der Texte.
Deshalb gibt die Autorin hiermit ihre Kapitulation bekannt: Alle Engel, Teufel, Dämonen, Beschützer und Mamos müssen leider off line gehen.
Dort werden sie sich in ein Manuskript verwandeln.
Wenn ich damit fertig bin, werde ich es alle wissen lassen.
Der Blog wird wieder zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurückkehren: Jeden zweiten Tag werde ich wieder getreulich von den „Grenzen des Ich“ erzählen.
Von Zen, Vajrayana und Tantra.
Von Meditation, heiligen Riten und spiritueller Praxis.
Die Reise in den Dharma geht weiter…
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