Erzengel Gabriel kann das Scheitern der Gnadenengel in Berlin-Friedrichshain nicht akezptieren und fasst einen Entschluss…

Maria saß mit angezogenen Beinen auf dem Sofa. https://www.water-runs-east.eu/maria/
Ihr Blick folgte Erzengel Gabriel, die im Wohnzimmer auf und ab wanderte. „Das widerspricht allen göttlichen Geboten! Es kann einfach nicht sein!“ https://www.water-runs-east.eu/gabriel/
Maria unterdrückte ein Gähnen. Es war bereits kurz vor Mitternacht. „Ich kann morgen Christus fragen. Dem wird sicher eine Lösung einfallen.“ Marias Glaube an ihren Sohn war unerschütterlich. Er konnte schließlich übers Wasser gehen und war überhaupt in allen Dingen perfekt. Sie war seine Mutter, sie musste es wissen.
Gabriel schnaubte entrüstet durch die Nase: „Ich bin hier der Gnadenengel! Das kann ja wohl nicht sein, dass ich das nicht hinkriege!“
Maria verdrehte innerlich die Augen. So nett Gabriel war – ihr Perfektionismus war überzogen. „Du darfst auch mal was nicht können. Außerdem bist du nicht der einzige Gnadenengel. Rafael ist auch noch da.“ https://www.water-runs-east.eu/streit-unter-erzengeln/
„Der war ganz meiner Meinung: Das ist nicht möglich! Die Schutzengel von Friedrichshain sind bei ihrer Erschaffung mit einer exorbitanten Menge an Gratia Habitualis ausgestattet worden, damit sie ihren Job ordentlich erledigen können.“
„Naja. Sie waren auf Luzifers Party.“
„Das spielt keine Rolle! Selbst wenn sie nicht in der Lage gewesen sind, die angeborene Gnade zu aktualisieren und sich von Luzifer aufs Glatteis haben locken lassen, MUSS die Gratia Sanctificans, die ihnen durch die Gnadendusche verpasst wurde, in Kombination mit ihrer Gratia Habitualis zum Brechen des Fluchs führen.“ https://www.water-runs-east.eu/gnade-2/
„Warum hat diese Dusche dann nicht funktioniert?“
„Rafael ist davon überzeugt, dass die Gnadenengel vor Ort Mist gebaut haben. Er meinte, ich soll noch mal einen Trupp mit Experten schicken.“ https://www.water-runs-east.eu/gnadenengel-in-friedrichshain/
„Und was hindert dich daran?“
„Suriyel! Er hat sich total darüber empört, dass ich mich in seine Angelegenheiten gemischt habe und jetzt stellt er sich tot! Ich kriege keinen Kontakt mehr mit ihm, obwohl er ganz genau weiß, dass ich mit ihm reden möchte!“ https://www.water-runs-east.eu/streit-unter-erzengeln/
„Und was sagt Uriel? Er hatte dich schließlich darum gebeten, die Gnadenengel zu schicken.“ https://www.water-runs-east.eu/uriel/
„Der hält sich bedeckt. Er hat offensichtlich keine Lust, in die Auseinandersetzung zwischen Suriyel und mir hineingezogen zu werden. Und außerdem sind Gnadenakte und die Schutzengel von Friedrichshain nicht seine Baustelle.“
Mit einem erschöpften Stöhnen ließ Gabriel sich neben Maria auf das Sofa fallen. „Ich habe den Leiter der Gnadenmission vorhin in seine Einzelteile zerlegt! https://www.water-runs-east.eu/gnadenengel-in-friedrichshain/
Er hat keine Ahnung, was falsch gelaufen sein könnte. Wir sind das Prozedere wieder und wieder durchgegangen. Der Apparat wurde vorschriftsmäßig aufgebaut und in Betrieb genommen, die Dekontamination der Schutzengel erfolgte entsprechend den Standards. Die Truppe macht das schon seit 2000 Jahren und es hat bisher immer reibungslos funktioniert!“
„Was sagt der Leiter dazu?“
„Er hat auch keine Ahnung. Er war so verzweifelt, dass er seinen Rücktritt angeboten hat! Den konnte ich nicht annehmen. Er hat sich ja kein erkennbares Fehlverhalten zu Schulden kommen lassen.“
„Und sonst hat auch keiner eine Idee, warum es nicht geklappt hat?“
„Nein. Und an weiteren Spekulationen bin ich nicht interessiert. Das letzte, was ich gebrauchen kann ist, dass die Geschichte im fünften Chor herumgetratscht wird. Ich habe allen beteiligten Engeln eingeschärft, dass das Scheitern der Mission absoluter Geheimhaltung unterliegt. Wenn das die Runde macht, bin ich auch noch mit einer existentiellen Sinnkrise sämtlicher Gnadenengel konfrontiert! Mir reichen schon die emotionalen Zusammenbrüche im dritten und vierten Chor! Was für ein totaler Scheiß!“
Vor sich hin brütend starrte Gabriel an den prächtigen Stuck der Zimmerdecke von Marias Wohnzimmer.
Die zuckte erschrocken zusammen, als der Erzengel mit einem Mal aufsprang. „Es hilft nichts! Ich muss nach Friedrichshain“
Maria zog die Augenbrauen hoch: „Du willst nach Berlin? Im Ernst?“
„Was bleibt mir anderes übrig? Ich muss unbedingt erfahren, was mit den Schutzengeln dort los ist! Ich werde einem kontaminierten Engel Gnade spenden und dann sehe ich ja, ob sie wirkt. Wenn ja, ist es gut, dann schicke ich noch mal einen Trupp Gnadenengel und der Spuk hat ein Ende.“
„Und wenn nicht?“
„Dann habe ich ein ernsthaftes Problem.“
Damit eilte Gabriel zur Wohnungstür.

Schreibe einen Kommentar