Grau und kalt ist es mittlerweile im Pema Choling im Historischen Pfarrhof von Dewitz – und doch wird der Ort immer mehr zu meinem Zuhause.

Die Tage gehen dahin, hier in Dewitz in der Mecklenburgischen Seenplatte.

Im Frühsommer zog ich in den Historischen Pfarrhof von Dewitz. https://www.water-runs-east.eu/einzug/

Aus dem Ende Juni ein Buddhistisches Zentrum wurde. https://www.water-runs-east.eu/einweihung/

Nachdem der nepalesische Rinpoche, der die Einweihung vornahm, wieder abgereist war, passierte erst mal: nichts.

Keine Retreats, kein Programm – nichts.

Im Pema Choling gab – und gibt es – nur mich und meine private Meditationspraxis:

Morgens Zazen. https://www.water-runs-east.eu/zazen/

Danach ein Riwo SangChö. https://www.water-runs-east.eu/rauch/

That´s it…

Denn damit aus einem sanierungsbedürftigen denkmalgeschützten Pfarrhof ein buddhistisches Retreathaus werden kann, muss einiges an Vorarbeit geleistet werden.

Ende August vermisst der Landvermesser das Grundstück.

Mitte September kommt der Architekt aus Hamburg und vermisst die Gebäude.

Auf der Basis der Daten entwickelt eine Architektin des Büros eine Machbarkeitsstudie für die Gebäude des Pema Cholings.

Die ersten Entwürfe sind toll!

Weil die Sanierung viel Geld kosten wird, bin ich auf Fördergelder angewiesen. Ich recherchiere, schreibe Mails, nehme persönliche Termine wahr, fülle Formulare aus, tippe Anschreiben, telefoniere zwischendurch mit dem Architekten, um mich mit ihm abzustimmen…

Es passiert also einiges. Allerdings nur hinter den Kulissen.

Das Pema Choling sieht aus wie immer: Auf dem undichten Stalldach liegen vermost und schief die alten Schindeln.

Das Loch im Dach des Backhauses grüßt weiterhin alle, die von Burg Stargard aus nach Dewitz kommen.

Die buddhistischen Gebetsfahnen, die Suriyel mit Rinpoche im Juni am Weiher des Pema Choling aufhängte, flattern verblichen und fadenscheinig im Wind. https://www.water-runs-east.eu/gluecksverheissend/

Im Oktober kann ich den Nachbarn, die vorbeikommen um zu sehen, was im Pfarrhof vor sich geht, zumindest die Entwürfe der Machbarkeitsstudie zeigen.

Alle sind schwer beeindruckt. Und skeptisch.

„Werde ich das noch erleben?“, fragt zweifelnd die Nachbarin, deren Grundstück an meine Remise grenzt.

Sie ist Mitte siebzig.

Ich versichere ihr, dass ich zuversichtlich bin, dass sie bei der Einweihung dabei sein wird.

In etwa drei Jahren.

Wenn alles gut geht…

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist 8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9-768x1024-1.jpeg

Währenddessen übe ich mich in Geduld.

Und Vertrauen ins Leben.

Versuche, die Dinge geschehen zu lassen. Den Impulsen zu folgen, die der Augenblick mir schenkt.

Mich nicht von meinen Fantasien, Ängsten und Konzepten leiten zu lassen.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist 8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9-768x1024-1.jpeg

Der alte Pfarrhof ist ein wunderbarer Ort für diese Übung:

Im September sind die Äpfel und Birnen reif. Ich verbringe meine Tage mit Ernten und Einkochen.

Im Oktober sammle ich Wallnüsse und Haselnüsse.

Stundenlag reche ich Laub und unterhalte mich dabei mit dem Spätzle, dem alten Kater des verstorbenen Vorbesitzers des Pfarrhofs. https://www.water-runs-east.eu/kater/

Ab Ende September heize ich jeden Tag ein. Weil das Haus mit Holz beheizt wird, muss ich die Holzscheite mit der Schubkarre aus dem Holzlager in der Werkstatt in den Heizungsanbau karren. Im Kessel ein Feuer entzünden. Alle drei bis vier Stunden nachheizen.

Anfangs hilft mir Suriyel und kontrolliert jeden meiner Handgriffe. Die Sache ist kompliziert! https://www.water-runs-east.eu/heizung/

Aber wenn er in Berlin ist, muss ich alleine klar kommen.

Was ich auch hinkriege – nach ein paar Anfangsschwierigkeiten…

Suriyel und ich machen Ausflüge und entdecken die Umgebung. Dass ich nur ein paar Kilometer vom Müritz-Nationalpark entfernt wohne, freut uns beide!

Weil es mich gruselt, im Dunkeln über das Gelände zu laufen, dekoriere ich die Bäume am Weiher mit Lichterketten.

Und jeden Tag wird das Pema Choling ein bisschen mehr mein Zuhause…