Ich verbringe eine Nacht in Friedrichshain auf dem Küchensofa eines Schutzengels…

Als ich mich mit Israfel auf den Weg zu ihm nach Hause mache, geht hinter dem Fernsehturm gerade die Sonne unter.
In der Woche davor war ich bereits einmal in der Altbauwohnung in der Nähe der Warschauer Straße zu Besuch gewesen: Wir hatten die Modalitäten meines „Probe-Wohnens“ besprochen und mir wurden die gemütliche Altbauwohnung und die Katze vorgestellt.
Oder besser gesagt: Ich wurde der Katze vorgestellt.
An diesem Tag hatte ich zwei Entscheidungen getroffen: Zum einen, dass der fusselbärtige Assistent Suriyels in Zukunft als Schutzengel Israfel in diesem Blog von Bedeutung sein wird.
Zum anderen, dass ich dort eine Geschichte über die „Engel Friedrichshains“ schreiben würde…
Wie sich herausstellen sollte, waren die Engelsgeschichte und das Mönlam – das Gebetswochenende im Tibetisch-Buddhistischen Zentrum – auf das engste miteinander verwoben.
Aber erst einmal durfte ich die Nacht vor dem offiziellen Beginn des Mönlams auf Israfels Küchensofa verbringen. Kritisch beäugt von Israfels eigenwilliger Katze, der anzusehen war, dass sie nicht viel von der Idee mit dem „Probe-Wohnen“ hielt.
Nachdem Israfel und seine Katze zu Bett gegangen waren, lauschte ich in der dunklen Küche der fremdartigen Geräuschkulisse Friedrichhains während einer Donnerstagnacht. Verkehrslärm mischte sich mit Musik aus den Kneipen und Bars. Es wurde gerufen, geschrien und gejohlt.
Das hier sollte mein zukünftiges Zuhause sein?
Mein spießiges Ego zog sich verstört die Decke über die Ohren.
Die Innere Stimme schwieg…
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