Meine Dharma-Brüder und Schwestern kommen zum ersten Mal zu Besuch in die Spirituelle WG am Prenzlauer Berg…

Um halb elf Uhr steht die erste Dharma-Schwester vor der Tür.

Dreißig Minuten zu früh!

Nach einer kurzen Begrüßung drücke ich ihr den Besen in die Hand mit der Bitte, die Wohnküche zu fegen.

Als ich sehe, wie sie energisch den Staub aus den Ecken holt, verstehe ich, dass sie genau zur rechten Zeit gekommen ist!

Obwohl Esther und ich schon seit dem Morgen damit beschäftigt sind, die Spirituelle WG vorzubereiten, sind wir noch nicht fertig!

Wir hetzen die Treppen hoch und runter, schleppen Stühle und decken Tische.

Um Viertel vor elf läutet es ein weiteres Mal. Suriyel steht im Hauseingang. Mit seiner großen Feuerschale unter dem Arm und der riesigen blauen Ikea-Tüte über der Schulter. https://www.water-runs-east.eu/auftritt/

Ich eile ihm voran und öffne die beiden Flügeltüren zum Garten.

Suriyel trägt sein Equipement auf die Terrasse, platziert alles neben Esthers Sonnenschirm und spannt ihn auf. Es regnet in Strömen, das Brennholz darf nicht naß werden.

Während ich im Minutentakt neue Gäste begrüße und Esther noch schnell das Buffett bestückt, bereitet Suriyel auf der Terrasse alles für das Zeremoniell vor.

Unser allererstes tibetisch-buddhistisches Rauchopfer in der Spirituellen WG! https://www.water-runs-east.eu/riwo-sang-choed/

Denn Esther will ihr Townhouse reinigen.

Deshalb habe ich meine Sangha – meine spirituelle Gemeinschaft – dazu eingeladen. https://www.water-runs-east.eu/identitaetskrise/

Über unsere WhatsApp-Gruppe. Da sind alle drin, die mit mir an den offenen Praxisangeboten teilnehmen, die Suriyel jeden Freitag und Sonntag im tibetisch-buddhistischen Zentrum von Friedrichshain anbietet. https://www.water-runs-east.eu/das-buddhistische-zentrum/

Die Gruppe hat mehr als fünfzig Mitglieder.

Beim Rauchopfer – das auf Tibetisch „Riwo Sang Chöd“ heißt – machen etwa zwölf Personen regelmäßig mit.

Drei haben sich entschuldigt. Die anderen neun stehen jetzt in unserer Küche.

Dazu noch eine Freundin von Esther aus ihrer evangelikalen Gemeinde. Und ein Dharma-Freund von mir, mit dem ich Zen praktiziere. https://www.water-runs-east.eu/der-hof/

Die tibetischen Buddhisten packen ihre Ritual-Texte und Instrumente aus. Die beiden anderen Gäste schauen ihnen interessiert dabei zu. https://www.water-runs-east.eu/damaru/

Nachdem alle an den beiden langen Tafeln Platz genommen haben, richtet sich die Aufmerksamkeit der Gruppe auf Suriyel.

Der hat inzwischen die beiden Flügeltüren, die Küche und Terrasse trennen, komplett aufgeklappt.

Es hat aufgehört zu regnen. Die Feuerschale, in der kunstvoll das Brennholz zu einem kleinen Turm gestapelt ist, steht unter den tropfenden Obstbäumen im Rasen.

Suriyel drückt seine große weiße Muschel an die Lippen und bläst kräftig hinein. Der tiefe dumpfe langgezogene Klang der Conch hallt über die Gärten und Innenhöfe. https://www.water-runs-east.eu/muschel/

Alle örtlichen Naturgeister https://www.water-runs-east.eu/spirits/ und die anderen fühlenden Wesen der sechs Bereiche sollen wissen, dass hier und jetzt das Riwo Sang Chöd beginnen wird! https://www.water-runs-east.eu/gaesteschar/