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	<title>Spirituelle WG Archive - This Water runs East</title>
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	<description>Berichte von den Grenzen des Ich</description>
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	<title>Spirituelle WG Archive - This Water runs East</title>
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		<title>Kastanienallee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Nov 2024 10:35:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin, Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Pfarrhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Spirituelle WG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich darf mit Maktiel einen letzten schönen Tag am Prenzlauer Berg verbringen und bekomme eine wilde Zeit-Geschichte erzählt&#8230; Den Tag, an dem ich mich von meinem Leben als Berlinerin verabschiede, verbringe ich mit Maktiel. Mit ihrer gelben Strickmütze über den kurzgeschorenen Haaren steht sie am frühen Nachmittag an der Prenzlauer Allee vor einem koreanischen Ladenlokal. [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading has-small-font-size">Ich darf mit Maktiel einen letzten schönen Tag am Prenzlauer Berg verbringen und bekomme eine wilde Zeit-Geschichte erzählt&#8230;</h2>


<div class="wp-block-image is-style-rounded">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="900" height="1024" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/11/7716c135-f5f0-41ae-897c-ad28ac87e81f-900x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-9696" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:389px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/11/7716c135-f5f0-41ae-897c-ad28ac87e81f-900x1024.jpeg 900w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/11/7716c135-f5f0-41ae-897c-ad28ac87e81f-264x300.jpeg 264w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/11/7716c135-f5f0-41ae-897c-ad28ac87e81f-768x874.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/11/7716c135-f5f0-41ae-897c-ad28ac87e81f-676x769.jpeg 676w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/11/7716c135-f5f0-41ae-897c-ad28ac87e81f.jpeg 926w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
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<p>Den Tag, an dem ich mich von meinem Leben als Berlinerin verabschiede, verbringe ich mit Maktiel. </p>



<p>Mit ihrer gelben Strickmütze über den kurzgeschorenen Haaren steht sie am frühen Nachmittag an der Prenzlauer Allee vor einem koreanischen Ladenlokal. </p>



<p>Nachdem wir uns begrüßt haben, muss ich erst einmal mein Fahrrad absperren.  Ich ziehe mein zwei Kilo schweres 150€-Schloss aus dem Rucksack. Mit dem Profi-Blick der Alt-Berlinerin hat Maktiel ein stabiles Verkehrschild am Straßenrand ausgemacht: &#8222;Das da drüben sieht gut aus!&#8220;</p>



<p>Inzwischen bin ich geübt. Ich schaffe es innerhalb weniger Sekunden, das unhandliche Schloss um Pfosten und Fahrradrahmen zu schieben und abzusperren. Das ist in etwa die selbe Geschwindigkeit, in der in Berlin Fahrräder geklaut werden. </p>



<p>Seit ich in die Stadt gezogen bin, lasse ich mein Fahrrad niemals unbeaufsichtigt, wenn ich es nicht mit meinem Monster-Schloss an einem stabilen Gegenstand fixiert habe. Nicht mal für zwei Minuten beim Bäcker mache ich eine Ausnahme. Berliner common sense&#8230;</p>



<p>Im Koreanischen Ladenlokal ergattern wir einen winzigen Tisch vor der Theke. Selbstbedienung. Die bunt tätowierte Frau hinter der Kasse bittet um eine Bestellung in Englisch. Während draußen Nieselregel auf dem Prenzlauer Berg niedergeht, löffeln Maktiel und ich Bibimbap.</p>



<p>Eine Stunde später wandern wir gemeinsam durch den Kiez. Vorbei an der Gethsemane-Kirche schiebe ich mein Fahrrad, danach über den Weihnachtsmarkt in den Höfen der Kulturbrauerei. Wir kreuzen die Schönhauser Allee. Über unseren Köpfen rauscht auf hohen Metallstelzen die U-Bahn in Richtung Alexanderplatz.</p>



<p>In der Kastanienallee reiht sich ein Szene-Laden an den anderen. Öko-Klamotten, schicker Krims-Krams, cross-over Restaurants in allen Schatierungen &#8211; vorzugsweise vegan. </p>



<p>An einem sympathisch stabilen Fahrradständer in der Oderberger Straße schließe ich mein Rad ab. Maktiel lotst mich in ein schlecht geheiztes Café, in dem Christbaumkugeln von der Decke baumeln. Auf einem durchgesessenen Sofa essen wir Buttermilchwaffeln mit Zimt-Zucker und unterhalten uns über das, was uns beiden am wichtigsten ist: Meditation, Praxis, Retreats&#8230;</p>



<p>Am Nebentisch sitzt eine schöne Frau &#8222;of color&#8220; mit dicken Dreatlocks. Sie stillt ihren Sohn, während sie sich in breitem Amerikanisch bei einer asiatisch aussehenden Frau über die hohen Lebenshaltungskosten in New York beklagt. Später kommt der Vater dazu &#8211; ebenfalls mit prächtigen Dreatlocks unter der Strickmütze &#8211; und wird von seinem Sohn begeistert begrüßt.</p>



<p>Inzwischen ist es dunkel geworden. Maktiel und ich brechen auf in Richtung Szene-Kino. Wir wollen &#8222;No other Land&#8220; anschauen. Der Film über ein palästinensisches Dorf im Westjordanland hat die Auszeichnung &#8222;bester Dokumentarfilm&#8220; der Berlinale gewonnen.</p>



<p>Unterwegs erzählt mir Maktiel, wie sie vor einigen Jahren erst knapp einen Selbstmordanschlag in Jerusalem überlebte, danach im Schockzustand in einen Bus flüchtete und sich in Bethlehem wiederfand. Später kletterte sie, von jüdischen Siedlern mit Müll beworfen, über Hebrons Hausdächer und passierte Straßensperren des israelischen Militärs.</p>



<p>Der Vorraum des Kinos ist vage beleuchtet. Der schmale Mann hinter dem Tresen schüttelt bedauernd den Kopf, als wir nach zwei Tickets für &#8222;No other Land&#8220; verlangen. </p>



<p>&#8222;Der ist schon ausverkauft.&#8220;</p>



<p>Ich glaube erst, mich verhört zu haben. Mittwochabends um 18:15 Uhr? Wie kann das sein?</p>



<p>&#8222;Wir haben nur zweiundreißig Plätze. Die sind schnell weg.&#8220; Der Mann hinter dem Tresen zuckt bedauernd die Schultern. &#8222;Er läuft noch bis Ende Dezember.&#8220;</p>



<p>Schlagartig bin ich das erste Mal mit &#8222;nach Berlin&#8220; konfrontiert. Ich weiß nicht, ob ich im Dezember in der Stadt sein werde. Meine &#8222;In Between Phase&#8220; hat hier und jetzt begonnen&#8230;</p>



<p> Eine Stunde später bin ich wieder in meinem WG-Zimmer. Zuvor habe ich die Kündigung für meinen Mietvertrag im Späti um die Ecke aufgegeben. Per Einwurf-Einschreiben, damit alles seine Richtigkeit hat. Morgen wird sie im Briefkasten vor der Haustür liegen. </p>



<p>Meine Zeit in Berlin geht hier und jetzt zu Ende.</p>



<p>Was schade ist. Es gefällt mir hier. </p>



<p>Oder besser: es hat mir hier gefallen&#8230;</p>
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		<title>Naga Offering</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Oct 2024 07:08:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltags-Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spirituelle WG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum Abschied vollzieht Rinpoche mit uns im Garten der Spirituellen WG ein Opfer für die mächtigen Wassergeister&#8230; Rinpoche sitzt am Küchentisch und formt Tormas. https://www.water-runs-east.eu/naga-tormas/ Währenddessen bereitet die Sangha die Terrasse der Spirituellen WG für das Naga-Offering vor. Teppiche werden ausgerollt, die Camping-Klapptische aus dem Tibetisch-Buddhistischen Zentrum von Friedrichshain im Halbkreis aufgestellt. https://www.water-runs-east.eu/teaching/ In der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-small-font-size">Zum Abschied vollzieht Rinpoche mit uns im Garten der Spirituellen WG ein Opfer für die mächtigen Wassergeister&#8230;</h2>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-rounded"><img decoding="async" width="576" height="1024" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/63aab52e-f763-4517-994a-71f2fa7fa92c-576x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-9280" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:312px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/63aab52e-f763-4517-994a-71f2fa7fa92c-576x1024.jpeg 576w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/63aab52e-f763-4517-994a-71f2fa7fa92c-169x300.jpeg 169w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/63aab52e-f763-4517-994a-71f2fa7fa92c-768x1365.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/63aab52e-f763-4517-994a-71f2fa7fa92c-864x1536.jpeg 864w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/63aab52e-f763-4517-994a-71f2fa7fa92c-676x1202.jpeg 676w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/63aab52e-f763-4517-994a-71f2fa7fa92c.jpeg 900w" sizes="(max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>



<p>Rinpoche sitzt am Küchentisch und formt Tormas. <a href="https://www.water-runs-east.eu/naga-tormas/">https://www.water-runs-east.eu/naga-tormas/</a></p>



<p>Währenddessen bereitet die Sangha die Terrasse der Spirituellen WG für das Naga-Offering vor. Teppiche werden ausgerollt, die Camping-Klapptische aus dem Tibetisch-Buddhistischen Zentrum von Friedrichshain im Halbkreis aufgestellt. <a href="https://www.water-runs-east.eu/teaching/">https://www.water-runs-east.eu/teaching/</a></p>



<p>In der Mitte des Halbkreises richtet Suriyel den Platz für Rinpoche her. Der bekommt zwei Klapptische: einen für sein Ritual-Equipement, den zweiten für die Tormas.</p>



<p>Ein Dharma-Bruder aus der Sangha hat seine private Bhumpa mitgebracht. Er platziert die Zeremonienvase auf den kleineren von Rinpoches Klapptischen. Wie gut, dass er daran gedacht hat!</p>



<p>Gestern morgen, als Rinpoche das Riwo SangChö &#8211; das traditionelle Morgen-Rauchopfer &#8211; mit uns vollzog, kam die Zeremonie während der Weihe der Opfergabe zu einem abrupten Halt, weil die Bhumpa fehlte! Mit dem langen, von einer Pfauenfeder verzierten Stil, wird Safranwasser auf der Opfergabe verteilt. Gleichzeitig werden die Zauber-Silben &#8222;Ram Yam Kham&#8220; gesprochen.</p>



<p>Das ist der Höhepunkt des Rauchopfers!</p>



<p>Weil ich mein tägliches Rauchopfer ohne Bhumpa praktiziere &#8211; ich beschränke mich auf eine Visualisierung des Weihevorgangs &#8211; hatte ich völlig vergessen, dass zu einer professionellen Opferung verpflichtend eine Opfervase gehört.</p>



<p>Glücklicherweise ist Rinpoche flexibel. Gestern behalf er sich mit einem chinesischen Esstäbchen in einem Wasserglas. Das war das einzige, das ich &#8211; als ich in fliegender Hast in die Küche schoß &#8211; finden konnte, das ansatzweise dem Prinzip einer Bhumpa entsprach. Ohne eine Miene zu verziehen schwenkte Prinpoche das Esstäbchen und murmelte, währen ein paar Wassertropfen auf meinen Instant-Powder tropften &#8222;Ram Yam Kham&#8220; dazu. <a href="https://www.water-runs-east.eu/do-it-yourself-sang-pulver/">https://www.water-runs-east.eu/do-it-yourself-sang-pulver/</a></p>



<p>Aber da vollzog er auch &#8222;nur&#8220; ein Sang mit uns. <a href="https://www.water-runs-east.eu/riwo-sang-choed/">https://www.water-runs-east.eu/riwo-sang-choed/</a></p>



<p>Heute &#8211; beim Opfer für die mächtigen wie empfindsamen Wasser-Geister &#8211; soll alles möglichst vorschriftsmäßig ablaufen. Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn wir versehentlich unsere Naga-Gäste kränken! <a href="https://www.water-runs-east.eu/nagas/">https://www.water-runs-east.eu/nagas/</a></p>



<p>Wie gut, dass ich eine tüchtige Sangha habe&#8230;</p>



<p>Aus der haben sich heute dreizehn in der Spirituellen WG eingefunden. Das bringt die Terrasse an ihre Kapazitätsgrenzen. Es dauert ein bisschen, bis wir uns so sortiert haben, dass jeder bequem auf seinem Meditationskissen sitzen kann, ohne den Nachbarn ständig die Ellenbogen in die Seiten zu rammen.</p>



<p>Über dem Garten hängt die feuchte Kühle des beginnenden Herbstes. Esther verteilt Decken und Schals.</p>



<p>Nachdem jeder noch eine Kopie des Praxistexte für das Naga-Offering bekommen hat, beobachten wir alle Rinpoche, der inzwischen die beiden Teller mit den Tormas und die Schüssel mit den &#8222;Naga-Pills&#8220; auf die Terrasse gebracht hat. </p>



<p>Rinpoche zupft ein paar Stiele und Ästchen von Esthers Sträuchern und Bäumen ab. Damit dekoriert er mit Geschick die Tormas. Sie sehen jetzt aus wie Miniaturlandschaften.</p>



<p>Suriyel hockt vor Rinpoche im Gras. Vor ihm steht das Stativ, in das er sein Handy geklemmt hat. Ich bin froh, dass er heute die Aufgabe übernimmt, das Zeremoniell zu filmen. Das Video ist wichtig! Wir wollen ja, nachdem Rinpoche uns verlassen hat, regelmäßig in Eigenregie Naga-Offerings praktizieren.</p>



<p>Damit wir das dürfen, bekommen die, die gestern nicht beim Teaching über die Nagas dabei waren und deshalb die erste Übertragung verpasst haben, erst einmal das Lung. Denn nur mit der feierlichen Übertragung des Textes durch einen Lama darf eine sakrale tibetisch-buddhistische Praxis eigenständig durchgeführt werden.</p>



<p>Alle sitzen schweigend auf ihren Kissen und lauschen konzentriert Rinpoche, der in rasender Geschwindigkeit den tibetischen Ritualtext vorliest. Während er in monotonem Singsang die Worte rezitiert, legt sich tiefe Stille über den kleinen Garten. </p>



<p>Nachdem das Lung vollzogen ist, beginnt Rinpoche mit dem Offering.</p>



<p>Alle stimmen, den tibetischen Text in Lautschrift vom Blatt ablesenden, in seine Rezitation ein. </p>


<div class="wp-block-image is-style-rounded">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="498" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/f0a0f169-e058-48d7-bd68-b317e263a524-1024x498.jpeg" alt="" class="wp-image-9265" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:145px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/f0a0f169-e058-48d7-bd68-b317e263a524-1024x498.jpeg 1024w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/f0a0f169-e058-48d7-bd68-b317e263a524-300x146.jpeg 300w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/f0a0f169-e058-48d7-bd68-b317e263a524-768x374.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/f0a0f169-e058-48d7-bd68-b317e263a524-676x329.jpeg 676w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/f0a0f169-e058-48d7-bd68-b317e263a524.jpeg 1398w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p>Im Gegensatz zu den Rauchopfern Riwo SangChö und Sur, durch die Großzügigkeit praktiziert und karmische Hindernisse beseitigt werden, ist das Naga Offering ein Heilungs-Ritual.</p>



<p>Da Menschen fast vollständig aus Wasser bestehen, sind wir energetisch an die Nagas in unserer Umgebung gebunden.</p>



<p>Ist die Beziehung zum lokalen Wassergeist gestört, oder befindet der sich &#8211; aufgrund von Umweltverschmutzung, Eingriffen in seinen natürlichen Lebensraum oder andere Störfaktoren &#8211; in innerer Not, kann das zu &#8222;Naga-Erkrankungen&#8220; führen.</p>



<p>Durch Naga-Offerings werden die mächtigen Wassergeister besänftigt und ihre Energie balanciert. Karmische Verstrickungen, die uns an bestimmte Nagas binden, werden aufgelöst.</p>



<p>Allerdings muss das Opfer korrekt durchgeführt werden! Wenn man irgendetwas dabei falsch macht, kann das schnell dazu führen, dass man das Gegenteil des Erwünschten erreicht. Nagas sind extrem leicht kränkbar und sehr nachtragend!</p>


<div class="wp-block-image is-style-rounded">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="498" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/f0a0f169-e058-48d7-bd68-b317e263a524-1024x498.jpeg" alt="" class="wp-image-9265" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:137px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/f0a0f169-e058-48d7-bd68-b317e263a524-1024x498.jpeg 1024w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/f0a0f169-e058-48d7-bd68-b317e263a524-300x146.jpeg 300w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/f0a0f169-e058-48d7-bd68-b317e263a524-768x374.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/f0a0f169-e058-48d7-bd68-b317e263a524-676x329.jpeg 676w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/f0a0f169-e058-48d7-bd68-b317e263a524.jpeg 1398w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p>Aber heute leitet Rinpoche das Naga-Offering an. Es ist offensichtlich, dass er sein Handwerk versteht!</p>



<p>Er führt uns durch die Einleitung &#8211; dort wird der Zweck des Offerings beschrieben &#8211; und danach durch die ersten beiden Mantras, die jeweils mit bestimmten Mudras &#8211; ritualisierten Handbewegungen &#8211; begleitet werden.</p>



<p>Danach werden die Nagas feierlich eingeladen: die acht mächtigsten Wassergeister samt ihrem Gefolge, die Nagas, die über alle fünf Elemente herrschen, danach jene Nagas, die sich zum Buddhismus bekehrt und zu Beschützern des Dharmas geworden sind und schließlich die lokalen Wassergeister.</p>



<p>Während wir &#8211; angeleitet von Rinpoche &#8211; das Willkommens-Mantra für die Naga-Gäste rezitieren, ist uns, als würde sich die Energie auf der Terrasse und im Garten verdichten.</p>



<p>Der Eindruck verstärkt sich mit jeder Zeile, die wir uns weiter durch den Sakraltext arbeiten.</p>



<p>Das nächste Mantra, wieder begleitet von Mudras. Alle starren konzentriert auf Rinpoches Hände und Arme, um nur nichts falsch zu machen. </p>



<p>Kurz darauf sind wir beim Haupt-Opfer-Mantra angekommen. Während wir es rezitieren, greift Rinpoche zur Karaffe mit der Ziegenmilch. Gerade als er damit beginnen will, sie in die Schüssel mit den Naga-Pills zu gießen, stoppt er.</p>



<p>&#8222;Something is wrong with your text! Let me see!&#8220;</p>



<p>Ich reiche ihm meine Text-Kopie hinüber.</p>



<p>&#8222;No! You have to recite it like this!&#8220; Er spricht uns das Mantra langsam vor. Richtig: Rinpoches Version weicht in mehreren Silben von unserem Text ab.</p>



<p>Jemand holt einen Stift heraus. Rinpoche wiederholt mehrmals die korrekte Schreibweise des Mantras. Der Stift wandert von Hand zu Hand. Jeder, der ihn bekommt, fragt noch mal nach, wie das Mantra denn jetzt genau geht?</p>



<p>Was für ein Chaos! Und das mitten im Opferritual! Vor all den Nagas, die sich um uns versammelt haben!</p>



<p>&#8222;Please, Rinpoche!&#8220;, flehe ich ihn an. &#8222;Let´s carry on!&#8220;</p>



<p>Rinpoche, wie immer unerschütterlich, nickt zustimmend, greift wieder zum Krug mit der Ziegenmilch und kippt diese, während er betont deutlich das Mantra rezitiert, in die Schüssel mit den Naga-Pills. </p>



<p>Nach ein paar Runden hat die Sangha den Bogen raus. Wieder und wieder rezitieren wir das Mantra. Die Energie um uns vibriert. Mein Körper bebt.</p>



<p>Nachdem er die Naga-Pills mit der Ziegenmilch verrührt hat, erhält jeder von Rinpoche einen Teelöffel mit Milch aus der Schüssel in die flache Hand. Weiter das Mantra rezitierend, trinken und lecken wir die Flüssigkeit aus der Handfläche. Wer immer an Naga-Erkrankungen leidet: das ist die Medizin dagegen.</p>



<p>Während die Sangha weiter das Naga-Mantra rezitiert, gibt Rinpoche Suriyel und mir ein Zeichen: wir sollen das Naga-Opfer im Garten ausbringen. Suriyel nimmt den Teller mit den Tormas, mir drückt Rinpoche die Schüssel mit den Naga-Pills in der Ziegenmilch in die Hand.</p>



<p>Glücklicherweise hat Suriyel vor dem Beginn des Opfers mit Rinpoche besprochen, an welcher Stelle im Garten die Tormas plaziert werden sollen. Unter der Zypresse, deren Zweige wir immer für das sonntägliche Riwo SangChö im Tibetisch-Buddhistischen Zentrum in Friedrichshain verwenden, wäre der richtige Ort dafür, entschied Rinpoche. <a href="https://www.water-runs-east.eu/rauch/">https://www.water-runs-east.eu/rauch/</a></p>



<p>Während Suriyel, auf der Wiese kniend, vorsichtig die verzierten Teig-Kegel und die Ästchen-Deko ins Gras stellt, werfe ich schnell ein paar von den mit Milch getränkten Naga-Pills an die Stellen im Garten, an denen Esther in einen Dauerkrieg mit den Brombeer-Ranken verstrickt ist.</p>



<p>&#8222;Was machst du da?&#8220;, fährt mich Suriyel an. &#8222;Die gehören da hin!&#8220; Verärgert nimmt er mir die Schüssel aus der Hand, greift in die Milch, holt die Kügelchen heraus und verteilt sie um die Tormas. Danach kippt er die Ziegenmilch mit einer weit ausholenden Bewegung kreisförmig um Opferkuchen und Naga-Pills.</p>



<p>Das Ergebnis, finde ich, sieht ziemlich professionell aus. Und gleichzeitig so schön wie fremdartig: Ein tibetisch-buddhistisches Torma-Opfer für die Nagas in einem Garten mitten in Prenzlauer Berg!</p>



<p>Von der Terrasse klingt das vielstimmig rezitierte Mantra zu uns herüber.</p>



<p>Suriyel und ich eilen zu den anderen zurück. Nachdem wir wieder Platz genommen haben, spricht die Sangha mit Rinpoche die Abschlussgebete.</p>



<p>Als das Naga-Offering zu Ende ist, gibt es endlich Frühstück. Wir sitzen eng gedrängt um die lange Tafel herum und erklären uns gegenseitig begeistert, was wir doch gerade für ein phantastisches Opfer hatten!</p>



<p>Das wollen wir definitiv öfter machen&#8230;</p>
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		<title>Naga Tormas</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Oct 2024 08:17:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltags-Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spirituelle WG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Küche der Spirituellen WG zeigt uns Rinpoche, wie Opfer-Kuchen für die mächtigen Wassergeister hergestellt werden&#8230; An diesem Samstag ist die komplette Sangha bereits um acht Uhr morgens vollständig in der Küche der Spirituellen WG versammelt. Wir dürfen nur noch wenige Stunden mit Rinpoche verbringen. Am Nachmittag werden Suriyel und ich ihn zum Flughafen [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading has-small-font-size">In der Küche der Spirituellen WG zeigt uns Rinpoche, wie Opfer-Kuchen für die mächtigen Wassergeister hergestellt werden&#8230;</h2>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-rounded"><img loading="lazy" decoding="async" width="655" height="1024" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/239aa286-b03d-4feb-aec0-69f6a5abc57d-655x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-9286" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:412px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/239aa286-b03d-4feb-aec0-69f6a5abc57d-655x1024.jpeg 655w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/239aa286-b03d-4feb-aec0-69f6a5abc57d-192x300.jpeg 192w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/239aa286-b03d-4feb-aec0-69f6a5abc57d-768x1201.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/239aa286-b03d-4feb-aec0-69f6a5abc57d-982x1536.jpeg 982w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/239aa286-b03d-4feb-aec0-69f6a5abc57d-676x1057.jpeg 676w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/239aa286-b03d-4feb-aec0-69f6a5abc57d.jpeg 1134w" sizes="auto, (max-width: 655px) 100vw, 655px" /></figure>



<p>An diesem Samstag ist die komplette Sangha bereits um acht Uhr morgens vollständig in der Küche der Spirituellen WG versammelt. Wir dürfen nur noch wenige Stunden mit Rinpoche verbringen. Am Nachmittag werden Suriyel und ich ihn zum Flughafen bringen. Am Abend wird er in Florenz erwartet. <a href="https://www.water-runs-east.eu/rinpoche/">https://www.water-runs-east.eu/rinpoche/</a></p>



<p>Am letzten Tag, den er bei uns verbringen wird, macht uns Rinpoche ein besonderes Geschenk: Er wird mit uns im Garten der Spirituellen WG ein Naga Opfer darbringen. <a href="https://www.water-runs-east.eu/nagas/">https://www.water-runs-east.eu/nagas/</a></p>



<p>Dass dies möglich ist, verdanken wir zwei glücklichen Umständen: Rinpoche ist einer von wenigen Lamas, die dieses Ritual beherrschen. </p>



<p>Und: Heute ist ein &#8222;Naga-Tag&#8220;!</p>



<p>Denn Naga-Opfer dürfen nur an &#8222;Naga-Tagen&#8220; dargebracht werden. Die werden nach alter tibetischer Tradition berechnet und für jedes Jahr in speziellen &#8222;Naga-Kalendern&#8220; festgeschrieben. Während seines gestrigen Teachings über Nagas hat uns Rinpoche eingeschärft, immer den Naga-Kalender zu konsultieren, bevor wir eigenständig ein Naga-Opfer praktizieren.</p>



<p>&#8222;Nagas&#8220;, erklärte er uns, &#8222;schlafen und wachen in einem anderen Rhythmus als wir Menschen. Nur an den Naga-Tagen sind sie wach und freuen sich über ein Opfer! Wenn man an anderen Tagen eine Naga-Zeremonie praktiziert, reißt man sie damit aus dem Schlaf! Das kann schlimme Konsequenzen haben!&#8220;</p>



<p>Während wir in der Küche herumstehen und auf Rinpoche warten, konsultiere ich den Naga-Kalender, den Maktiel gestern in die WhatsApp-Gruppe gestellt hat. Monatlich gibt es etwa vier bis zwölf Naga-Tage. </p>



<p>Einzige Ausnahme ist der Oktober. Das ist der Ruhe-Monat der Wassergeister. Rinpoche hat uns ausdrücklich davor gewarnt, im Oktober Naga-Offerings zu machen. Wer in diesem Monat einen Naga aufweckt &#8211; und sei es mit den besten Absichten &#8211; muss sich auf das Schlimmste gefasst machen!</p>



<p>Dass wir bereits alle um acht Uhr früh versammelt sind, liegt an einer weiteren Besonderheit der Nagas. &#8222;Opfer für die Wasser-Geister müssen immer am Morgen dargebracht werden&#8220;, hat uns Rinpoche gestern erklärt. </p>



<p>Und: &#8222;Wer den Nagas opfert, muss das in nüchternem Zustand tun! Wasser und Tee vor der Zeremonie sind erlaubt, aber kein Kaffee und keine Milchprodukte!&#8220;</p>



<p>Deshalb stehen wir alle unausgeschlafen, kaffee-los und hungrig in der Küche herum.</p>



<p>Um kurz vor neun Uhr betritt Rinpoche die Küche. Dass wir alle bereits seit einer Stunde auf ihn warten, ficht ihn nicht an. Freundlich lächelnd und tiefenentspannt nimmt er am Tisch Platz und beginnt mit der Herstellung der Tormas für die Nagas.</p>



<p>Diese traditionellen Opfer-Kuchen sind ein fester Bestandteil jedes Opfer-Rituals im tibetischen Buddhismus. Dabei unterscheiden sich Form, Farbe und Dekoration der Tormas je nachdem, welches Ritual vollzogen und welcher höheren Macht das Opfer dargebracht wird.</p>



<p>Die korrekte Zubereitung von Tormas ist eine Kunst für sich&#8230;</p>



<p>Gestern Abend habe ich Rinpoche bereits eine Tüte Haferflocken auf den Tisch gestellt. Die kippt er jetzt in eine große Schüssel. Dann gibt er einen Esslöffel &#8222;Naga-Medizin&#8220; darüber.</p>



<p>Das Rezept für diese Naga-Medizin hat er uns gestern eine halbe Stunde lang diktiert. Deshalb wissen wir jetzt, dass es aus siebenundzwanzig Zutaten besteht, die es in gut sortierten Apotheken für traditionelle tibetische Medizin zu kaufen gibt. In Nepal und Buthan. Aber gewiss nicht in Deutschland.</p>



<p>Rinpoche verlangt nach kochendem Wasser und Butter. Umringt von der Sangha, die ihm fasziniert auf die Finger starrt, knetet er einen festen Teig und formt daraus in Blitzgeschwindigkeit zwei schmale Kegel. Um den größeren wickelt er eine Teig-Schlange &#8211; Symbol für den örtlichen Naga, dem das Opfer dargebracht wird &#8211; und dekoriert ihn mit einer Scheibe, sowie Kügelchen, die er aus Butter formt. Er braucht allerhöchstens 15 Minuten dafür!</p>



<p>Dann greift Rinpoche zu einem etwa dreißig Zentimeter langen braunen Holzstab. Den hat er extra für uns aus Nepal mitgebracht. In das Kantholz sind auf allen sechs Seiten größere und kleinere Wassertiere und andere Figuren geschnitzt.</p>



<p>&#8222;Das ist die beste Methode, um Naga-Tormas zu machen!&#8220;, erklärt uns Rinpoche, während er mit schnellen Bewegungen zwei schmale Teigstreifen auf das Kantholz drückt und wieder abzieht.</p>



<p>Und richtig: Die beiden Teigstreifen sind jetzt mit winzigen Fischen, Krebsen, Schlangen und anderem Wassergetier verziert.</p>



<p>Aus dem Rest des Teigs formt Rinpoche Kügelchen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/359dfb60-943b-4086-bc5e-be0372f9c491-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-9295" style="width:235px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/359dfb60-943b-4086-bc5e-be0372f9c491-1024x768.jpeg 1024w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/359dfb60-943b-4086-bc5e-be0372f9c491-300x225.jpeg 300w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/359dfb60-943b-4086-bc5e-be0372f9c491-768x576.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/359dfb60-943b-4086-bc5e-be0372f9c491-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/359dfb60-943b-4086-bc5e-be0372f9c491-676x507.jpeg 676w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/10/359dfb60-943b-4086-bc5e-be0372f9c491.jpeg 1600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</div>


<p>Die Kügelchen gibt er in eine Schüssel. Dann verlang Rinpoche nach der Milch.</p>



<p>Die Milch für Naga-Opfer &#8211; schärfte uns Rinpoche gestern während des Teachings ein &#8211; darf nur von einer roten Kuh oder einer weißen Ziege stammen!</p>



<p>&#8222;Woher soll ich wissen, welche Farbe das Tier hat, von dem die Milch kommt?&#8220;, fragte ich Rinpoche verzweifelt, als er mir den Auftrag erteilte, die Milch zu besorgen. Er überlegte kurz: &#8222;Wenn das Tier, das auf der Verpackung abgebildet ist, die richtige Farbe hat, reicht das!&#8220;</p>



<p>Meine Erleichterung, als ich im Kühlregal des örtlichen Bio-Supermarktes eine Packung Ziegenmilch entdecke, auf der mich eine glückliche weiße Ziege anstrahlt, ist grenzenlos.</p>



<p>Auch Rinpoche nickt zufrieden, als er die weiße Ziege auf der Verpackung sieht. Er schraubt den Deckel ab und füllt den großen Wasserkrug der Spirituellen WG damit bis zum Rand.</p>



<p>Die Tormas für unser Naga-Opfer sind fertig!</p>
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		<title>Teaching</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Sep 2024 11:29:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltags-Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spirituelle WG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Meditationsraum der Spirtuellen WG soll uns Rinpoche in die Geheimnisse von Sur und Naga Offering einweihen&#8230; Während Rinpoche am Freitagmorgen in der Küche beim Frühstück sitzt, bereite ich den Raum für sein Teaching vor. Suriyel hat gestern Abend aus dem Tibetisch-Buddhistischen Zentrum von Friedrichshain zehn Camping-Klapptische mitgebracht. Die lagern dort im Speicher und kommen [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading has-small-font-size">Im Meditationsraum der Spirtuellen WG soll uns Rinpoche in die Geheimnisse von Sur und Naga Offering einweihen&#8230;</h2>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-rounded"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/12b43006-a8f9-45df-969d-ac8be1f91408-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-9249" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:397px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/12b43006-a8f9-45df-969d-ac8be1f91408-768x1024.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/12b43006-a8f9-45df-969d-ac8be1f91408-225x300.jpeg 225w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/12b43006-a8f9-45df-969d-ac8be1f91408-1152x1536.jpeg 1152w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/12b43006-a8f9-45df-969d-ac8be1f91408-676x901.jpeg 676w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/12b43006-a8f9-45df-969d-ac8be1f91408.jpeg 1200w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<p>Während Rinpoche am Freitagmorgen in der Küche beim Frühstück sitzt, bereite ich den Raum für sein Teaching vor.</p>



<p>Suriyel hat gestern Abend aus dem Tibetisch-Buddhistischen Zentrum von Friedrichshain zehn Camping-Klapptische mitgebracht. Die lagern dort im Speicher und kommen bei großen Veranstaltungen zum Einsatz.</p>



<p>Denn tibetisch-buddhistische Praxistexte sind sakral! Sie dürfen niemals auf dem Boden liegen! Man darf nicht einmal über sie hinweg steigen!</p>



<p>Deshalb sind die grauen Klapptische von existenzieller Wichtigkeit. Nachdem sie aufgestellt und die kopierten Praxistexte darauf verteilt sind, widme ich mich dem nächsten Punkt auf meiner To-do-Liste:</p>



<p>Dem Altar.</p>



<p>Maktiel und ich haben ihn gestern aufgebaut. Nach ein bisschen hin und her haben wir uns dafür entschieden, ihn an der Stirnseite des Raums auf einem Mauervorsprung zu platzieren.</p>



<p>Auf meinem schönsten Wollschal thront Esthers grauer Plastik-Buddha aus dem Deko-Laden. <a href="https://www.water-runs-east.eu/buddha/">https://www.water-runs-east.eu/buddha/</a></p>



<p>Links von ihm habe ich meine Grüne Tara platziert, rechts von ihm Throma Nagmo. <a href="https://www.water-runs-east.eu/throma-nagmo/">https://www.water-runs-east.eu/throma-nagmo/</a></p>



<p>Keine der Figuren wurde von einem Lama mit Sutra-Rollen und heiligen Gegenständen gefüllt. Deshalb haben sie eigentlich auf einem Altar &#8211; und noch dazu für das Teaching eines Rinpoche &#8211; nichts verloren!</p>



<p>Aber etwas anderes hat die Spirituelle WG nicht zu bieten. </p>



<p>Nachdem ich noch zwei Blumensträuße auf unseren improvisierten Altar gestellt habe, fülle ich die kleinen Schälchen, die vor dem Buddha und den beiden weiblichen Buddha-Emanationen aufgereiht sind, mit Wasser.</p>



<p>Dann zünde ich Kerze und Räucherstäbchen an.</p>



<p>Ich trete einen Schritt zurück, um mein Werk kritisch in Augenschein zu nehmen. Ein grauer Rauchfaden zieht an der Nase des Deko-Buddha vorbei. Vor seinem runden Bauch tanzt die Kerzenflamme.</p>



<p>Er lächelt!</p>



<p>Mir wird ganz warm ums Herz, als ich sehe, wie glücklich er aussieht!</p>



<p>Kurz darauf kommt Rinpoche. Der sieht auch zufrieden aus, stelle ich erleichtert fest. Er nimmt probeweise neben dem lächelnden Deko-Buddha auf meinem grünen Samt-Sofa-Stuhl Platz. Den haben Maktiel und ich gestern Nachmittag mit vereinten Kräften aus meinem Zimmer hinunter in den ersten Stock geschleppt.</p>



<p>Rinpoche schlägt die Beine übereinander, wippt ein paar Mal auf und ab &#8211; und nickt zustimmend. Dass er nicht &#8211; wie es eigentlich üblich ist &#8211; auf einem roten Holzthron platziert wurde, scheint ihn nicht zu stören.</p>



<p>Wir machen ein paar Probeaufnahmen mit meinem Handy. Dafür habe ich &#8211; auf Anraten Maktiels hin &#8211; gestern extra noch ein Stativ besorgt. Die Teachings sollen aufgezeichnet werden, damit wir in der Sangha nach Rinpoches Abreise mit den Videos üben können.</p>



<p>Während Rinpoche und ich den richtigen Winkel für die Aufnahmen und den besten Platz für sein Tischchen mit den Texten und dem Equipement für das  Rauchopfer austesten, treffen die Teilnehmer des Teachings ein. Trotz Freitagvormittag sind wir immerhin zu acht. Am Nachmittag haben sich noch ein paar weitere Sangha-Mitglieder angekündigt.</p>



<p>Ich habe ein flaues Gefühl im Magen, als ich mich neben Rinpoches grünem Samtsessel auf dem Meditationskissen niederlasse. </p>



<p>Hoffentlich geht alles gut!</p>
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		<title>Rinpoche</title>
		<link>https://www.water-runs-east.eu/rinpoche/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Sep 2024 15:06:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltags-Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spirituelle WG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass die Spirituelle WG einen hohen nepalesischen Lama beherbergigen darf, ist eine Ehre &#8211; aber auch eine kulturelle Herausforderung&#8230; Am Donnerstag, dem 12. September ist es so weit: Rinpoche wird am Abend zu uns kommen und mit einem Welcoming Dinner begrüßt werden. https://www.water-runs-east.eu/wendung/ Tagsüber bin ich mit den Vorbereitungen für seinen Besuch beschäftigt. Glücklicherweise hilft [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.water-runs-east.eu/rinpoche/">Rinpoche</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.water-runs-east.eu">This Water runs East</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-small-font-size">Dass die Spirituelle WG einen hohen nepalesischen Lama beherbergigen darf, ist eine Ehre &#8211; aber auch eine kulturelle Herausforderung&#8230;</h2>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-rounded"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/9c8940ba-79b3-4033-9e2a-4d4b1b9967c4-576x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-9226" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:353px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/9c8940ba-79b3-4033-9e2a-4d4b1b9967c4-576x1024.jpeg 576w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/9c8940ba-79b3-4033-9e2a-4d4b1b9967c4-169x300.jpeg 169w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/9c8940ba-79b3-4033-9e2a-4d4b1b9967c4-768x1366.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/9c8940ba-79b3-4033-9e2a-4d4b1b9967c4-864x1536.jpeg 864w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/9c8940ba-79b3-4033-9e2a-4d4b1b9967c4-676x1202.jpeg 676w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/9c8940ba-79b3-4033-9e2a-4d4b1b9967c4.jpeg 899w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>



<p>Am Donnerstag, dem 12. September ist es so weit: Rinpoche wird am Abend zu uns kommen und mit einem Welcoming Dinner begrüßt werden. <a href="https://www.water-runs-east.eu/wendung/">https://www.water-runs-east.eu/wendung/</a></p>



<p>Tagsüber bin ich mit den Vorbereitungen für seinen Besuch beschäftigt. Glücklicherweise hilft mir Maktiel dabei, unseren Meditationsraum für das Teaching am Freitag herzurichten.</p>



<p>Bereits am frühen Morgen habe ich eine große Portion indisches Curry für unseren hohen Gast gekocht. Damit mein Basmatireis Rinpoches Ansprüchen genügt, hat mir Maktiel ihren Reiskocher ausgeliehen. Denn das einzige, von dem ich bisher erlebt habe, dass es Rinpoche um seinen eigentlich unerschütterlichen Gleichmut bringt, war &#8211; verkochter Reis.</p>



<p>Zumindest den will ich ihm bei seinem Besuch ersparen. Er wird &#8211; so denke ich, während ich in der S-Bahn auf dem Weg nach Friedrichshagen bin, um Rinpoche einzusammeln &#8211; genug unter uns zu leiden haben.</p>



<p>Niemand in der Spirituellen WG weiß, wie man sich einem hohen nepalischem Lama gegenüber benimmt! </p>



<p>Esther ist Christin.</p>



<p>Dass ich als Buddhistin so unbeleckt bin, verdankt sich zum einen der Tatsache, dass mein Wurzel-Lama &#8211; der Lehrer, bei dem ich Zuflucht genommen habe &#8211; eine amerikanische Khandro ist. <a href="https://www.water-runs-east.eu/zuflucht/">https://www.water-runs-east.eu/zuflucht/</a></p>



<p>Mein Zen-Lehrer ist Pole. <a href="https://www.water-runs-east.eu/dokusan/">https://www.water-runs-east.eu/dokusan/</a></p>



<p>Bei Retreats und Teachings, die nicht von meinen westlichen Lehrern, sondern von nepalesischen Lamas gehalten werden, gehöre ich zum Fußvolk. Deshalb war ich bisher nie in der Situation, mich Auge um Auge um einen nepalesischen Lama kümmern zu müssen. Was ich aus der Ferne mitbekommen habe: Die Sache ist kompliziert. Man hüpft von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen und kann im Grunde nur alles falsch machen.</p>



<p>Der einzige nepalesische Lama, mit dem ich persönlich bekannt bin, ist der kleine runde herzliche Mann, den ich gerade abhole. Letztes Jahr habe ich drei wunderbare Wochen während eines privaten Retreats in Uriels Retreathaus am Ende der Welt mit ihm verbracht.<a href=" https://www.water-runs-east.eu/drei-initiation/"> https://www.water-runs-east.eu/drei-initiation/</a></p>



<p>Völlig entspannt. </p>



<p>Wir haben gemeinsame Mahlzeiten eingenommen, uns ausführlich unterhalten und abends zu zweit Uriels kleinen weißen Hund ausgeführt. Sollte er von meinen Umgangsformen irritiert gewesen sein, hat er es sich nie anmerken lassen. </p>



<p>Ich kann nur darauf hoffen, dass es auch diesmal so sein wird.</p>



<p>Nach etwas hin und her finde ich die Adresse. Auf mein Klingeln hin öffnen mir zwei kleine Jungs, die unverkennbar tibetisch aussehen. Ein winziger Spitz hüpft kläffend um ihre Beine. Ich werde in den ersten Stock geführt. Dort sitzt Rinpoche in einem quietschgelben Hemd zum traditionellen roten Rock an einem großen Tisch.</p>



<p>Ich freue mich sehr ihn wiederzusehen.</p>



<p>Gleichzeitig bin ich verwirrt: Wie soll ich ihn begrüßen? Das &#8222;Hi Norbu, how are you?&#8220;, das mir auf der Zunge liegt, ist komplett unangebracht. Ich stammle &#8222;Good evening Rinpoche&#8220;, verneige mich verkrampft und komme mir dämlich vor.</p>



<p>Er freut sich erkennbar, wirkt aber auch etwas hilflos.</p>



<p>Die tibetische Gastgeberin bietet mir einen Stuhl an. Während ich mit ihr Small Talk mache, wird mir bewusst, dass ich Rinpoche eigentlich mit einem Katak &#8211; einem weißen Schal &#8211; begrüßen hätte müssen! </p>



<p>Man verbeugt sich und streckt den Schal entgegen. Der Lama legt ihn um den Hals, drückt seine Stirn gegen die eigene und murmelt einen Segen. So gehört sich das. </p>



<p>Tja&#8230;</p>



<p>Kurz nach Rinpoches Abreise lerne ich, dass man einen Katak nie &#8222;leer&#8220; übergeben darf. Es muss immer ein Umschlag mit Geld darin stecken, wenn man ihn dem Lama hinhält. Aber es muss mehr als ein Schein übergeben werden! Die Zahl eins bringt Unglück&#8230;</p>



<p>Wie auch immer. Wir müssen los! Zuhause in der Spirituellen WG wartet sicher schon die halbe Sangha mit knurrenden Mägen auf Rinpoche, damit das Welcoming Dinner starten kann.</p>



<p>Es dauert ein bisschen, bis bei der Gastgeberin und Rinpoche ankommt, dass wir nicht irgendwann, sondern sofort aufbrechen müssen. Hier herrscht erkennbar ein anderes Zeitgefühl.</p>



<p>Schließlich ist das Taxi organisiert. Nachdem Rinpoche, der einen großen zusammengerollten Tanka &#8211; einen bemalten Wandbehang &#8211; im Arm hält, sowie sein riesiger Koffer verstaut sind, können wir endlich aufbrechen.</p>



<p>&#8222;Wo seid ihr?&#8220;, schreibt mir Suriyel. &#8222;Wir warten hier alle auf euch!&#8220;</p>



<p>Ich bin so platt, dass ich nur noch &#8222;Taxi&#8220;tippen kann.</p>



<p>&#8222;Taxi ist gut&#8220;, kommt es zurück. </p>



<p>Der Fahrer kommt aus dem Libanon. Als er hört, dass er einen nepalesischen Lama transportiert, erkundigt er sich sofort, wie das bei ihm mit dem Visum läuft.</p>



<p>Der nepalesische Rinpoche und der libanesische Taxifahrer sind sich einig, dass die Sache mit dem Visum in Deutschland eine Katastrophe ist. </p>



<p>Draußen zieht Straßenzug um Straßenzug Berlin bei Nacht vorbei.</p>



<p>Das Leben ist schön, denke ich mir, währen ich in die Dunkelheit starre und zuhöre. Trotz kultureller Konfusion, ständigen Missverständnissen, Chaos und dauerndem Ärger.</p>



<p>Ich möchte kein anderes haben, als das in dem ich jetzt gerade bin. Mit einem nepalesischen Rinpoche auf dem Rücksitz und einem libanesischen Taxifahrer neben mir, der mir von seinem herzkranken Vater in Beirut erzählt.</p>



<p>Endlich sind wir an der Spirituellen WG angekommen. Fast zwei Stunden zu spät. Aber was heißt das schon, wenn ein echter Rinpoche zu Besuch kommt!</p>



<p>In der Küche ist es warm und  gemütlich. Erleichtert sehe ich, dass Esther den Tisch mit dem goldenen Rosenthal-Geschirr eingedeckt hat. Wie es sich für einen Rinpoche gehört.</p>



<p>Während Suriyel den schweren Koffer unseres Gastes in den dritten Stock schleppt &#8211; er übernachtet in meinem Zimmer &#8211; wird Rinpoche begeistert begrüßt.</p>



<p>Sicher nicht nach tibetisch-buddhistischen Regeln, dafür aber mit großer Herzlichkeit.</p>



<p>Rinpoche strahlt. Es scheint ihm genug zu sein.</p>



<p>Und das, obwohl er er ein &#8222;Tulku&#8220; ist! Ein von den geistigen Führern seiner Traditionslinie anerkannter wiedergeborener hoher Lama. </p>



<p>Denn das bedeutet &#8222;Rinpoche&#8220;&#8230;</p>
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		<title>Praxistexte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Sep 2024 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltags-Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spirituelle WG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für die Belehrungen des nepalesischen Rinpoche in der Spirituellen WG benötigen wir tibetisch-buddhistische Praxistexte der Nyingma-Tradition&#8230; Das erste Mal in meinem Leben trage ich Verantwortung für ein Vajrayana-Teaching! Ungewollt. Denn für die Rolle der Veranstalterin &#8211; finde ich &#8211; bin ich eigentlich nicht qualifiziert. Dafür fehlen mir Wissen und Erfahrung. Die Teachings und Retreats, an [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-small-font-size">Für die Belehrungen des nepalesischen Rinpoche in der Spirituellen WG benötigen wir tibetisch-buddhistische Praxistexte der Nyingma-Tradition&#8230;</h2>



<figure class="wp-block-image size-large is-style-rounded"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3021-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-9203" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3021-1024x768.jpeg 1024w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3021-300x225.jpeg 300w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3021-768x576.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3021-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3021-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3021-676x507.jpeg 676w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Das erste Mal in meinem Leben trage ich Verantwortung für ein Vajrayana-Teaching! </p>



<p>Ungewollt. </p>



<p>Denn für die Rolle der Veranstalterin &#8211; finde ich &#8211; bin ich eigentlich nicht qualifiziert. Dafür fehlen mir Wissen und Erfahrung.</p>



<p>Die Teachings und Retreats, an denen ich bisher teilgenommen habe, wurden von Profis organisiert. Leuten wie Uriel und Suriyel, die seit Jahrzehnten Tantra praktizieren und über sämtliche Details tibetisch-buddhistischer Rituale informiert sind. </p>



<p>Denn die Sache ist kompliziert. Man kann unglaublich viel falsch machen. </p>



<p>Deshalb beschränkte sich mein Beitrag bei Veranstaltungen bisher auf basale Tätigkeiten: putzen, backen, kochen&#8230;</p>



<p>Aber nun ist ein leibhaftiger nepalesischer Rinpoche im Anmarsch. Ich habe ihn eingeladen, also bin ich auch dafür verantwortlich, dass die Sache läuft.</p>



<p>Glücklicherweise hat mir Karma den liebenswertesten und unkompliziertesten aller Lamas geschickt. </p>



<p>Ein tröstlicher Gedanke.</p>



<p>Als erstes will Rinpoche wissen, was er denn jetzt eigentlich lehren soll? Für Sur &#8211; schreibt er mir &#8211; braucht er höchstens einen halben Tag. Er wird aber zweieinhalb Tage bei uns zu Gast sein. Die müssen irgendwie gefüllt werden.</p>



<p>Ich überlege: Welche Praxis kann die Sangha noch gut gebrauchen?</p>



<p>Ein Naga-Offering! <a href="https://www.water-runs-east.eu/spirits/">https://www.water-runs-east.eu/spirits/</a></p>



<p>Schon lange möchte ich an einem Opfer für die mächtigen Wassergeister teilnehmen. Bisher hat es nie geklappt. Es gibt nur wenige in Europa, die das Ritual beherrschen.</p>



<p>Die Idee, nicht nur dabei sein zu dürfen, sondern &#8211; zusammen mit meiner Sangha &#8211; die Opferung zu lernen und in Zukunft gemeinsam zu praktizieren, lässt mich vor Aufregung vibrieren.</p>



<p>Mit zitternden Fingern tippe ich in mein Handy: &#8222;Could you teach us Naga Offering?&#8220;</p>



<p>&#8222;For sure&#8220;, kommt es zurück. &#8222;If you have a text.&#8220;</p>


<div class="wp-block-image is-style-rounded">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/04/8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-7728" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:56px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/04/8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9-768x1024.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/04/8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9-225x300.jpeg 225w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/04/8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9-1152x1536.jpeg 1152w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/04/8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9-676x901.jpeg 676w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/04/8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9.jpeg 1200w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>
</div>


<p>Tja.</p>



<p>Das ist immer die entscheidende Frage. Bei allen Tantra-Teachings und Retreats.</p>



<p>Der Praxistext&#8230;.</p>



<p>Denn Texte für hohe Tantra-Praktiken sind schwer zu bekommen.</p>



<p>Erstens, weil sie geheim sind. </p>



<p>Und zweitens, weil die Lamas, die sie Auserwählten unterrichten, zwar über eine ganze Bibliothek an Ritualtexten verfügen. Allerdings in Tibetisch.</p>



<p>Damit westliche Praktizierende damit arbeiten können, müssen sie in sinnvoller Weise übersetzt werden. Eine Kunst, die nur wenige Menschen beherrschen. Denn die liturgischen Texte stammen zumeist aus dem tibetischen Mittelalter. Es genügt nicht, lediglich Tibetisch zu können. Die Übersetzer müssen darüber hinaus detailiertes kulturelles und religiöses Wissen über den Vajrayana besitzen. </p>



<p>Je besser die Übersetzung des Texts, desto effektiver die Praxis. Man kann in Bezug auf die Qualität Glück haben &#8211; oder Pech.</p>


<div class="wp-block-image is-style-rounded">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/04/8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-7728" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:57px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/04/8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9-768x1024.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/04/8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9-225x300.jpeg 225w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/04/8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9-1152x1536.jpeg 1152w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/04/8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9-676x901.jpeg 676w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/04/8e3807a9-c387-4909-9abd-52020a6db9f9.jpeg 1200w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>
</div>


<p>Ich habe Glück.</p>



<p>Auf der Homepage meiner amerikanischen Khandro gibt es sowohl für Sur als auch für Naga Offering Text-Übersetzungen zu kaufen. Dass ich mir für mein erstes Teaching zwei basale, kurze und nicht-geheime Praktiken ausgesucht habe, erleichtert die Sache.</p>



<p>Ich platziere die beiden Texte im virtuellen Warenkorb, bezahle mit PayPal und bekomme per Mail einen Link zugeschickt. Mit der Info, dass mir zwei Kopien zur Verfügung stünden.</p>



<p>Ich schicke einen Link an Rinpoche. Fünf Minuten später erhalte ich die Rückmeldung, die Texte wären in Ordnung.</p>



<p>Erleichtert speichere ich sie als pdf auf meinem Laptop. Weil ich gerade dabei bin, schreibe ich eine Mail an Suriyel. Er möchte die Texte sicher auch gerne sehen. Die beiden pdf´s wandern in den Anhang. Als ich den vor dem Abschicken kontrolliere, bin ich mit zwei leeren Dokumenten konfrontiert! Quer über jede Seite steht gedruckt: &#8222;You have reached your limit!&#8220;</p>



<p>Ich bin beeindruckt: Tibetisches Mittelalter trifft Silicon Valley&#8230;</p>



<p>Von nun an behandle ich die beiden Übersetzungen wie Rohdiamanten! Erst als mein Drucker zwei vollständige Exemplare in Papierform ausgespuckt hat, wage ich wieder zu atmen!</p>



<p>Ein Punkt auf der langen To-Do-Liste ist schon mal erledigt&#8230;</p>
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		<title>Wendung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Sep 2024 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltags-Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spirituelle WG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während der Vorbereitungen des Online-Teachings für Sur werde ich mit einer Überraschung konfrontiert&#8230; Die Zusage des nepalesischen Rinpoche, meiner Sangha mit Hilfe eines Online-Teachings das tibetisch-buddhistische Rauchopfer Sur zu lehren, löst hektische Betriebsamkeit aus. https://www.water-runs-east.eu/eingebung/ Der Meditationsraum in der Spirituellen WG ist zu klein für das Teaching. https://www.water-runs-east.eu/sitzgruppe/ Esther plant um. Aus ihrer Bibliothek macht [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-small-font-size">Während der Vorbereitungen des Online-Teachings für Sur werde ich mit einer Überraschung konfrontiert&#8230;</h2>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-rounded"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2459-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-9184" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:530px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2459-1024x768.jpeg 1024w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2459-300x225.jpeg 300w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2459-768x576.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2459-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2459-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2459-676x507.jpeg 676w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Die Zusage des nepalesischen Rinpoche, meiner Sangha mit Hilfe eines Online-Teachings das tibetisch-buddhistische Rauchopfer Sur zu lehren, löst hektische Betriebsamkeit aus. <a href="https://www.water-runs-east.eu/eingebung/">https://www.water-runs-east.eu/eingebung/</a></p>



<p>Der Meditationsraum in der Spirituellen WG ist zu klein für das Teaching. <a href="https://www.water-runs-east.eu/sitzgruppe/">https://www.water-runs-east.eu/sitzgruppe/</a></p>



<p>Esther plant um. Aus ihrer Bibliothek macht sie einen neuen Teaching- und Meditationsraum. Der &#8211; beschließen wir &#8211; müsste groß genug für das Online-Teaching sein. Denn das soll hier in der Spirituellen WG stattfinden. Die Sangha braucht nicht nur Belehrungen und Einweihung &#8211; das Rauchopfer Sur muss auch geübt werden. Nachdem das im Tibetisch-Buddhistischen Zentrum nicht möglich ist, bleibt nur der Garten der WG. <a href="https://www.water-runs-east.eu/sur/">https://www.water-runs-east.eu/sur/</a></p>



<p>Die Technik ist ein weiteres Problem, das uns umtreibt. Ich diskutiere im Freundeskreis und in der Sangha verschiedene Möglichkeiten einer kostenlosen Online-Übertragung. Immer in der Hoffnung, dass Rinpoche im fernen Kathmandu technisch kompatibel mit uns sein wird.</p>



<p>Gleichzeitig suchen Rinpoche und ich via WhatsApp nach passenden Terminen: zwei Mal eineinhalb Stunden veranschlagt der für das Teaching und die Einweihung. Er ist ein vielbeschäftigter Mann. Dazu kommt die Zeitverschiebung. </p>



<p>Er schlägt mir zwei Tage im August vor. Da sind in Deutschland alle im Urlaub, schreibe ich ihm zurück. Erst ab September würde das Teaching Sinn machen. </p>



<p>Da müsse er sehen&#8230; </p>



<p>Am Abend rufe ich Facebook auf und verstehe mit einem Mal, warum Rinpoche nicht sicher ist, ob er uns im September ein Online-Teaching geben kann.</p>



<p>Er ist von September bis November in Europa!</p>



<p>Jemand, den ich nicht persönlich kenne, aber auf Facebook befreundet bin &#8211; keine Ahnung seit wann und wieso &#8211; hat eine lange Liste gepostet: Darauf alle Termine für Retreats und Teachings meines Rinpoche! In der Slowakei &#8211; lese ich &#8211; geht es los. Danach stehen mehrere Orte in Deutschland auf dem Plan, gefolgt von Polen.</p>



<p>Mit tibetisch-buddhistischen Lehrern zu kommunizieren ist eine Kunst &#8211; in der ich nicht sehr bewandert bin. Das führt mir der Facebook-Post des unbekannten Jörg wieder einmal vor Augen.</p>



<p>Ich hätte Rinpoche danach fragen müssen, ob er nach Europa kommt! </p>



<p>Vielleicht möchte er ja auch Berlin besuchen? Wer weiß&#8230;</p>



<p>Nachdem ich mit Esther gesprochen habe, schicke ich via WhatsApp eine offizielle Einladung nach Nepal: Wie sehr wir uns doch freuen würden, wenn Rinpoche zu uns käme und sein Teaching persönlich, live und vor Ort abhalten könnte!</p>



<p>Während ich das tippe, ist mir bewusst, dass die Chancen einer Zusage äußerst gering sind. Rinpoche ist sicher schon komplett verplant. Nur extrem gutes Karma, Glück &#8211; what´s ever &#8211; wird ihn zu uns bringen.</p>



<p>&#8222;We will see&#8220;, kommt es zurück.</p>



<p>Immerhin keine Absage.</p>



<p>Während des Augustes suchen Rinpoche und ich nach einem Termin für seinen Besuch. Er möchte wirklich gerne kommen, merke ich. Das freut mich sehr.</p>



<p>Rinpoche ist mein Herzens-Lama.</p>



<p>Nur: Es ist kompliziert. Er kann nur im Oktober. Da hat aber niemand aus der Sangha Zeit für ihn. In diesem Monat jagt eine Veranstaltung die nächste im Tibetisch-Buddhistischen Zentrum von Friedrichshain. Alle, die zum Teaching kommen wollen, werden dort gebraucht.</p>



<p>Es wird wohl nichts werden, denke ich Ende August frustriert. Vielleicht im nächsten Jahr&#8230;</p>



<p>Zwei Tage später bekomme ich eine Nachricht von Rinpoche: Er könne vom 12.09.-14.09. kommen.</p>



<p>Bingo!</p>



<p>Das ist das einzige Wochenende in drei Monaten, in denen im Tibetisch-Buddhistischen Zentrum keine Veranstaltungen stattfinden!</p>



<p>Ich versichere Rinpoche, wie sehr wir uns alle auf seinen Besuch freuen! Und ich verspreche ihm, dass ich alles tun werde, damit er ein erfolgreiches Teaching in der Spirituellen WG abhalten kann.</p>



<p>Danach muss ich mich erst einmal setzen. Ich stehe unter Schock!</p>



<p>Wir werden einen leibhaftigen Rinpoche zu Gast haben!</p>



<p>Und ich muss das erste Mal in meinem Leben ein Teaching organisieren&#8230;</p>
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		<title>Eingebung</title>
		<link>https://www.water-runs-east.eu/eingebung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2024 09:28:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltags-Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spirituelle WG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich mache mich auf die Suche nach einem Lama, der uns in das tibetisch-buddhistische Rauchopfer Sur einweihen kann&#8230; Nachdem unser missglücktes Online-Sur zu Ende gegangen ist, verabschiedet sich Maktiel. https://www.water-runs-east.eu/online-sur/ Ich schließe die Haustür hinter ihr ab und steige frustriert die Treppen in den dritten Stock der Spirituellen WG hoch. Sur &#8211; das tibetisch-buddhistische Rauchopfer, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.water-runs-east.eu/eingebung/">Eingebung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.water-runs-east.eu">This Water runs East</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-small-font-size">Ich mache mich auf die Suche nach einem Lama, der uns in das tibetisch-buddhistische Rauchopfer Sur einweihen kann&#8230;</h2>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-rounded"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="615" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3005-1024x615.jpeg" alt="" class="wp-image-9151" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:451px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3005-1024x615.jpeg 1024w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3005-300x180.jpeg 300w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3005-768x461.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3005-676x406.jpeg 676w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_3005.jpeg 1125w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Nachdem unser missglücktes Online-Sur zu Ende gegangen ist, verabschiedet sich Maktiel. <a href="https://www.water-runs-east.eu/online-sur/">https://www.water-runs-east.eu/online-sur/</a></p>



<p>Ich schließe die Haustür hinter ihr ab und steige frustriert die Treppen in den dritten Stock der Spirituellen WG hoch.</p>



<p>Sur &#8211; das tibetisch-buddhistische Rauchopfer, das den Verstorbenen im Bardo Nahrung und Wärme gibt und ihnen hilft, in guter Weise wiedergeboren zu werden &#8211; möchte praktiziert werden! <a href="https://www.water-runs-east.eu/sur/">https://www.water-runs-east.eu/sur/</a></p>



<p>Alle Zeichen sind da: Die beiden Fremden, die im Tempel auftauchten, auf der Suche nach einem Segen für eine Verstorbene. Maktiels Frage nach dem Sur-Powder, dazu noch ihre Online-Sangha, die einmal wöchentlich Sur via Zoom durchführt&#8230;.</p>



<p>Vor mich hin grübelnd öffne ich die Tür meines Dachzimmers. Mir ist, als wäre ich nicht in der Spirituellen WG, sondern in einem Haus, das mir völlig fremd ist. Es ist alt, groß und verwinkelt. Irgendwo aus der Tiefe erklingen rhythmische Schläge. Jemand klopft an die Haustür, energisch Einlass verlangend&#8230;</p>



<p>Es ist an mir, diese Tür zu öffnen.</p>



<p>Nur: Wo ist sie?</p>



<p>Ich stecke mich in meinem Bett aus. An die Zimmerdecke starrend, kreisen meine Gedanken um den Kern des Problems: Wir haben keinen Lama!</p>



<p>Denn nur ein tibetisch-buddhistischer Lehrer kann uns in der Praxis unterweisen und uns das Lung &#8211; die Ermächtigung zur Ausübung des Rituals &#8211; geben. <a href="https://www.water-runs-east.eu/lung/">https://www.water-runs-east.eu/lung/</a></p>



<p> Irgendwie muss ich einen Lama auftreiben! Nur: Wie soll ich das anstellen?</p>



<p>Auf einmal flüstert mir meine Innere Stimme ins Ohr: &#8222;Du kennst einen Lama! Frag Norbu!&#8220;</p>



<p>Ich fahre hoch! Natürlich! Ich kenne wirklich einen Lama! Allerdings lebt der in Kathmandu.</p>



<p>Meine Innere Stimme lässt sich nicht davon beeindrucken: &#8222;Wenn ihr das Lung für Riwo Sangchö online bekommen habt, warum nicht auch ein Teaching und Lung für Sur?&#8220;, murmelt sie. <a href="https://www.water-runs-east.eu/online-lung/">https://www.water-runs-east.eu/online-lung/</a></p>



<p>Dagegen gibt es nichts einzuwenden. </p>



<p>Ich rufe meine WhatsApp-Kontakte auf und scrolle bis fast ganz nach unten. Da ist er! &#8222;Norbu Rinpoche&#8220; steht neben dem Photo, auf dem ein freundlich lächelnder nepalesischer Lama in quietschgelbem Shirt zu sehen ist. </p>



<p>Vor eineinhalb Jahren hatte mir Rinpoche seine Nummer gegeben, nachdem die drei Wochen mit ihm im Retreathaus am Ende der Welt zu Ende gegangen waren. <a href="https://www.water-runs-east.eu/drei-initiation/">https://www.water-runs-east.eu/drei-initiation/</a></p>



<p>Dank Uriels Großzügigkeit hatte ich an drei zornvollen Retreats hintereinander teilnehmen dürfen. Zuerst Shimhamukha. <a href="https://www.water-runs-east.eu/vier-simhamukha/ ">https://www.water-runs-east.eu/vier-simhamukha/ </a></p>



<p>Danach Vajrakilaya. <a href="https://www.water-runs-east.eu/fluegel/">https://www.water-runs-east.eu/fluegel/</a></p>



<p>Und zum Abschluss: Throma! <a href="https://www.water-runs-east.eu/zwanzig-sterben-teil-eins/">https://www.water-runs-east.eu/zwanzig-sterben-teil-eins/</a></p>



<p>Es war der liebenswerte Rinpoche aus Kathmandu gewesen, der mich im März 2023 in die Praxis der Göttin der Friedhöfe einwies. Und es war Rinpoche gewesen, der mir Throma als Hauptpraxis verschrieben hatte. </p>



<p>Die Retreats schenkten mir einen Weggefährten auf Zeit: Meinen Wolf. <a href="https://www.water-runs-east.eu/vierzehn-wolf/">https://www.water-runs-east.eu/vierzehn-wolf/</a></p>



<p>Er stand mir treu zur Seite, als ich &#8211; nachdem die Retreats zu Ende gegangen waren &#8211; über Monate die Scherben meiner überkommenen Existenz sortierte. </p>



<p>Als die Transformation abgeschlossen war, verließ er mich. <a href="https://www.water-runs-east.eu/fuenf-transformation-teil-drei/">https://www.water-runs-east.eu/fuenf-transformation-teil-drei/</a></p>



<p>Drei Monate später fand ich mich in Suriyels Tibetisch-Buddhistischem Zentrum von Friedrichshain wieder. <a href="https://www.water-runs-east.eu/das-buddhistische-zentrum/">https://www.water-runs-east.eu/das-buddhistische-zentrum/</a></p>



<p>Wie der Wolf verschwanden auch der Lama und die Göttin der Friedhöfe  aus meinem Leben. Und das, obwohl ich, als ich die Einweihung für ihre Praxis erhielt, das Gelübde abgelegt hatte, Throma Nagmo immer zu folgen. </p>



<p>Am 9. Juli dieses Jahres tauchte Throma Nagmo wieder in meinem Leben auf.  <a href="https://www.water-runs-east.eu/throma-nagmo/">https://www.water-runs-east.eu/throma-nagmo/</a></p>



<p>Zwanzig Tage später schicke ich via WhatsApp eine Anfrage nach Kathmandu: Ob sich Rinpoche vorstellen könnte, mir und meiner Sangha in Berlin ein Online-Teaching für Sur zu geben und das Lung noch dazu?</p>



<p>Zwei Stunden später ploppt eine Nachricht auf meinem Handy auf: &#8222;Oh, ok! Idea very good with Online Teaching!&#8220;</p>



<p>So wie es aussieht, habe ich die Tür gefunden&#8230;</p>
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		<title>Online-Sur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Sep 2024 10:19:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltags-Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Das Buddhistische Zentrum]]></category>
		<category><![CDATA[Spirituelle WG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Maktiel und ich testen meinen neuen Homemade-Sur-Powder während eines Online-Rauchopfers via Zoom&#8230; Am Abend des 27. Juli bekomme ich Besuch von Maktiel. Mit ihrer orangen Wollmütze über dem Kopf und ihrem Laptop unter dem Arm steht sie vor der Tür der Spirituellen WG. Wir wollen gemeinsam den Home-Made-Sur-Powder ausprobieren! Dafür brauchen wir ein Feuer. Aus [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading has-small-font-size">Maktiel und ich testen meinen neuen Homemade-Sur-Powder während eines Online-Rauchopfers via Zoom&#8230;</h2>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-rounded"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2330-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-9123" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:502px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2330-1024x768.jpeg 1024w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2330-300x225.jpeg 300w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2330-768x576.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2330-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2330-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/09/IMG_2330-676x507.jpeg 676w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Am Abend des 27. Juli bekomme ich Besuch von Maktiel. Mit ihrer orangen Wollmütze über dem Kopf und ihrem Laptop unter dem Arm steht sie vor der Tür der Spirituellen WG.</p>



<p>Wir wollen gemeinsam den Home-Made-Sur-Powder ausprobieren! </p>



<p>Dafür brauchen wir ein Feuer. Aus Kohle. So ist es in den traditionellen tibetisch-buddhistischen Anweisungen festgeschrieben.</p>


<div class="wp-block-image is-style-rounded">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="259" height="344" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/05/IMG_1686.jpeg" alt="" class="wp-image-8007" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:62px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/05/IMG_1686.jpeg 259w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/05/IMG_1686-226x300.jpeg 226w" sizes="auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px" /></figure>
</div>


<p>Ich bin etwas besorgt, ob ich ein Feuer zustande bringe. Im Tibetisch-Buddhistischen Zentrum macht das immer Suryiel. Wenn der nicht da ist, übernimmt Israfel das Kommando.</p>



<p>Deshalb habe ich dort keine Chance, mich in der Kunst des Feuermachens zu üben.</p>



<p>Weil das auch zum Rauchopfer-Praktizieren dazugehört, habe ich mir darum vor ein paar Wochen eine eigene Feuerschale besorgt. Dazu ein Spaltbeil, Grillanzünder und ein cooles professionelles Feuerzeug, wie Suriyel eines hat.</p>



<p>Anfang Juli absolvierte ich unter den besorgten Blicken von Esther mein erstes &#8222;richtiges&#8220; Riwo SangChö im Garten der Spirituellen WG. Denn traditionell wird die Opfergabe in einem Holzfeuer verbrannt. Die kleine glühende Kohletablette, auf der ich das Sang täglich absolviere, ist eine Notlösung.</p>



<p>Nachdem ich Holz klein gehackt und aufgeschichtet hatte, rief ich Esther. Die kam &#8211; und brachte einen Eimer Wasser mit. Ihrem Gesichtsausdruck war anzusehen, dass sie ernsthaft fürchtete, ich könne ihr Haus abfackeln.</p>



<p>Weit gefehlt! Wir hatten nicht zu viel Feuer, sondern zu wenig!</p>



<p>Als wir im Ritualtext zur Stelle kamen, während der der Sang-Powder in das Feuer gekippt werden muss, war kein Feuer mehr da!  Ich hatte zu wenig Holz aufgeschichtet &#8211; und es auch noch zu früh angezündet!</p>



<p>Mein eigenes erstes Riwo SangChö in der Feuerschale war ein Fiasko&#8230;</p>


<div class="wp-block-image is-style-rounded">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="259" height="344" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/05/IMG_1686.jpeg" alt="" class="wp-image-8007" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:68px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/05/IMG_1686.jpeg 259w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/05/IMG_1686-226x300.jpeg 226w" sizes="auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px" /></figure>
</div>


<p>Heute werde ich einen zweiten Versuch starten, in meiner Feuerschale ein vernünftiges Rauchopfer zu fabrizieren.</p>



<p>Ich kippe eine ordentliche Portion Grillkohle in die Schale, schiebe eine halbe Packung Grillanzünder zwischen die schwarzen Brocken und halte die Flamme meines Profi-Feuerzeugs gegen die Holzwolle. Die brennt wie Zunder. Es dauert keine zehn Minuten bis die Kohlen glühen.</p>



<p>Ich atme erleichtert auf. Na bitte! Geht doch!</p>



<p>Maktiel ist es inzwischen gelungen, unser Internet zu zähmen. Gerade noch rechtzeitig! Sie ruft den Zoom-Link auf. Der Bildschirm ihres Laptops füllt sich mit den Gesichtern der Online-Sangha. Eine Frau beginnt ohne lange Vorrede mit der Rezitation des Praxis-Textes. Maktiel hat ihn ausgedruckt mitgebracht. In der fremden Online-Sangha werden die traditionellen Texte nicht &#8211; wie bei uns &#8211; in Tibetisch, sondern in Englisch rezitiert.</p>



<p>Wir sehen nur das gesenkte Gesicht der Frau, die den Unze &#8211; den Vorbeter &#8211; gibt. Sie rezitiert in rasender Geschwindigkeit. Wir haben Mühe, mitzukommen.</p>



<p>Der selbstgemachte Sur-Powder steht griffbereit vor mir auf dem Gartentisch. Zwei Meter von uns entfernt glüht die Kohle in der Feuerschale.</p>



<p>Maktiel und ich haben beide während Retreats an Sur-Ritualen teilgenommen. Wir wissen deshalb, dass bei Sur &#8211; im Gegensatz zum Sang &#8211; nicht nur einmal, sondern mehrmals während des Rituals geopfert wird.</p>



<p>Nur wann?</p>



<p>Die Frau auf dem Bildschirm rezitiert und rezitiert. </p>



<p>&#8222;Ich glaube, wir haben die erste Runde verpasst&#8220;, stößt Maktiel hektisch hervor, während sie eine Seite der Textkopie umblättert.</p>



<p>&#8222;Soll ich einfach mal was reinkippen?&#8220;, frage ich sie besorgt. </p>



<p>Was sollen unsere unsichtbaren Gäste und vor allem die armen formlosen Wesen im Bardo denken, wenn sie von uns zum Sur eingeladen werden und dann bekommen sie nichts zu essen?</p>



<p>Auf Maktiels zustimmendes Nicken hin kippe ich einen gehäuften Esslöffel Sur-Powder über die glühende Kohle. </p>



<p>Weiße Rauchfäden steigen auf. Der Geruch, der sich ausbreitet, ist phantastisch.</p>



<p>Der Sur-Powder funktioniert!</p>



<p>Der Rest ist eine Katastrophe. Wir finden bis zum Abschluss des Rituals nicht heraus, an welchen Textstellen das Pulver über die Kohle gegeben werden muss. Ich kippe einfach immer wieder auf Verdacht einen Löffel davon ins Feuer und hoffe dabei darauf, dass uns alle Buddhas, Bodhisattvas, Schützer sowie alle Wesen der sechs Bereiche inklusive der, die gerade im Bardo festhängen, unseren ungeschickten ersten Versuch verzeihen mögen.</p>



<p>Als das Ritual abgeschlossen und die Zoom-Konferenz beendet ist, sind Maktiel und ich schweißgebadet und unzufrieden mit uns, unserem Sur &#8211; und der Welt.</p>



<p>Wir haben ganz offensichtlich ein Problem&#8230;</p>


<div class="wp-block-image is-style-rounded">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="259" height="344" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/05/IMG_1686.jpeg" alt="" class="wp-image-8007" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/05/IMG_1686.jpeg 259w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/05/IMG_1686-226x300.jpeg 226w" sizes="auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px" /></figure>
</div><p>Der Beitrag <a href="https://www.water-runs-east.eu/online-sur/">Online-Sur</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.water-runs-east.eu">This Water runs East</a>.</p>
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		<title>Pläne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katharina]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Aug 2024 07:47:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Alltags-Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Spirituelle WG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Spirituellen WG am Prenzlauer Berg stehen die Zeichen auf Umbruch und Erneuerung&#8230; Eine Woche lang habe ich mich &#8211; 500 Kilometer von Berlin entfernt &#8211; in der Kunst der Zen-Meditation geübt. https://www.water-runs-east.eu/morgendaemmerung/ Während ich in Schweigen und &#8222;Nichts-Tun&#8220; verharrte, war Esther in der Spirituellen WG am Prenzlauer Berg von Morgens bis Abends beschäftigt. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.water-runs-east.eu/plaene/">Pläne</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.water-runs-east.eu">This Water runs East</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading has-small-font-size">In der Spirituellen WG am Prenzlauer Berg stehen die Zeichen auf Umbruch und Erneuerung&#8230;</h2>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized is-style-rounded"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/08/IMG_2459-1024x768.jpeg" alt="" class="wp-image-8632" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover;width:550px;height:auto" srcset="https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/08/IMG_2459-1024x768.jpeg 1024w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/08/IMG_2459-300x225.jpeg 300w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/08/IMG_2459-768x576.jpeg 768w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/08/IMG_2459-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/08/IMG_2459-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.water-runs-east.eu/wp-content/uploads/2024/08/IMG_2459-676x507.jpeg 676w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Eine Woche lang habe ich mich &#8211; 500 Kilometer von Berlin entfernt &#8211; in der Kunst der Zen-Meditation geübt. <a href="https://www.water-runs-east.eu/morgendaemmerung/">https://www.water-runs-east.eu/morgendaemmerung/</a></p>



<p>Während ich in Schweigen und &#8222;Nichts-Tun&#8220; verharrte, war Esther in der Spirituellen WG am Prenzlauer Berg von Morgens bis Abends beschäftigt. <a href="https://www.water-runs-east.eu/spirituelle-wg/">https://www.water-runs-east.eu/spirituelle-wg/</a></p>



<p>Denn wir haben große Pläne!</p>



<p>Ab September wird die Spirituelle WG mehr sein, als ein privates Wohnprojekt.</p>



<p>Sie wird zum &#8222;Zentrum für Praktische Spiritualität&#8220;!</p>



<p>Etwas, was weder Esther noch ich im Sinn hatten, als ich Anfang März in das Townhouse am Prenzlauer Berg zog. </p>



<p>Ziel war ein privates Wohnprojekt, dass uns beiden &#8211; und ein bis zwei weiteren Personen, die bis dato noch nicht gefunden sind &#8211; einen gemeinsamen spirituellen Alltag ermöglichen sollte.</p>



<p>Das haben wir in den letzten Monaten richtig gut hinbekommen! </p>



<p>Zu Beginn unseres gemeinsamen WG-Lebens betete Esther im ersten Stock, während ich unter dem Dach meditierte und mein Rauchopfer darbrachte. <a href="https://www.water-runs-east.eu/arbeitsteilung/">https://www.water-runs-east.eu/arbeitsteilung/</a></p>



<p>Nach einigen Wochen und vielen intensiven Gesprächen funktionierten wir Anfang Juni ein Zimmer zum provisorischen Meditationsraum um. Wir begannen, dort täglich eine Stunde lang gemeinsam zu meditieren.</p>



<p>Im Freundeskreis stieß unsere &#8222;Mini-Haus-Meditationsgruppe&#8220; auf Begeisterung. Man wolle auch mitmachen, wurde uns gesagt. </p>



<p>Deshalb starteten wir Anfang Juli eine abendliche Sitzgruppe. Jeden Donnerstag ab 19.30 Uhr kann sich jeder, der Lust hat, bei uns im Meditationsraum in der Kunst des Zazen und Kinhin üben. <a href="https://www.water-runs-east.eu/sitzgruppe/">https://www.water-runs-east.eu/sitzgruppe/</a></p>



<p>Sitzen und Atmen. Gehen und Atmen.</p>



<p>That´s it.</p>



<p>Das Angebot kommt erstaunlich gut an. </p>



<p>Religionsübergreifend! </p>



<p>Sowohl aus Esthers Evangelikaler Gemeinde wie aus meiner Tibetisch-Buddhistischen Sangha kommen Freunde, um mit uns gemeinsam zu meditieren.</p>



<p>Wie gut die Stille täte, wird uns gesagt. Und wie schön es wäre, mit Gleichgesinnten zu praktizieren und sich hinterher austauschen zu können.</p>



<p>Denn nach der Meditation gibt es Tee und Gespräche.</p>



<p>Dass es ein so großes Bedürfnis nach gemeinsamer spiritueller Praxis im Alltag gibt, war uns nicht bewusst. Und auch nicht, dass die Sehnsucht nach Austausch darüber so intensiv ist. </p>



<p>Deshalb soll die Spirituelle WG ein Ort werden, an dem sich alle &#8211; und nicht nur ihre Bewohner &#8211; in der Kunst praktischer Spiritualität üben können.</p>



<p>So viel wissen Esther und ich.</p>



<p>Wie das Programm unseres Zentrums &#8211; jenseits der Meditationsgruppe &#8211; gestaltet sein wird, liegt noch im Dunkeln.</p>



<p>Denn Esther und ich sind intuitiv. Während wir Wände streichen, mit den Tücken der Homepage-Gestaltung kämpfen und lange Gespräche führen, warten wir auf überraschende Eingebungen. <a href="https://www.water-runs-east.eu/nachricht/">https://www.water-runs-east.eu/nachricht/</a></p>



<p>Und auf Impulse von Außen. </p>



<p>Für Esther ist das die &#8222;Führung des Göttlichen&#8220;. Für mich ist es &#8222;Karma&#8220;.</p>



<p>Wie immer man die Wunder des Alltags nennt: Wir werden ihnen die Tür der Spirituellen WG öffnen und sie willkommen heißen.</p>



<p>Und dann werden wir sehen, was geschieht&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.water-runs-east.eu/plaene/">Pläne</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.water-runs-east.eu">This Water runs East</a>.</p>
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