Das Pema Choling im Historischen Pfarrhof von Dewitz soll eine Sauna bekommen. In der Werkstatt, so viel steht fest! Aber der Rest?

Seit Anfang Juni wohne ich im Pema Choling im Historischen Pfarrhof von Dewitz. https://www.water-runs-east.eu/einzug/

Seit meinem Einzug möchte ich eine Sauna! https://www.water-runs-east.eu/sauna-zelt/

Nach längerem Hin und Her ist zumindest klar, dass die Sauna in die Werkstatt eingebaut werden soll. In die linke vordere Ecke, hat Suriyel beschlossen.

Alles andere überlässt er mir.

Stundenlang gucke ich Youtube-Videos, in denen enthusiastische Heimwerker erklären, wie sie sich ihre eigene Sauna in den Keller gebaut haben. Oder in das Gartenhaus.

Saunabauen – lerne ich – ist eine komplizierte Sache. Mir schwirrt der Kopf von Holzstärken, Isolierungstechniken, Dampfbremsen…

Ich skizziere erste Pläne meiner Sauna. Die braucht nicht nur einen Sauna-Raum, sondern auch eine Umkleide. Alles andere macht keinen Sinn!

Niemand hat Lust, bei Schnee oder Regen nur im Bademantel bekleidet vom Haupthaus quer über das Gelände in die Werkstatt zu laufen.

Und ist es wirklich einladend, verschwitzt aus der Sauna zu kommen und in der riesigen Werkstatt mit Hochregalen, Maschinen und Werkzeugen zu stehen?

Fazit: Ich bin komplett überfordert!

Zu meinem großen Glück kommt Anfang September der Architekt ins Pema Choling.

Mit Hilfe eines großen futuristischen Geräts vermisst er sämtliche Gebäude. Das lange hohe Ding, dass der Architekt wie ein Echolot, über seinem Kopf haltend, vor sich her trägt, produziert „Datenwolken“, die von einer Software in dreidimensionale Pläne transformiert werden.

Zur Freude des Architekten laufen Aufnahmen wie Datenübertragung reibungslos.

Er ist deutlich früher fertig als geplant und nimmt sich Zeit für ein ausführliches Mittagessen.

Während der Mahlzeit plaudern wir miteinander. Ich erwähne die Sauna.

Zu meiner Erleichterung ist der Architekt begeistert von der Idee! Eine Sauna wäre eine tolle Sache, erklärt er mir. Und die Werkstatt genau der richtige Ort dafür!

Wir lassen die leeren Teller auf dem Küchentisch zurück und eilen in die Werkstatt.

„Dort hinten!“ Der Architekt weißt auf das hintere Ende der Werkstatt. „Es ist doch ganz offensichtlich, dass DORT eine Sauna eingebaut werden muss!“

Ich bin verblüfft! Niemand, mit dem ich bisher meine Pläne diskutiert habe, ist auf diese Idee gekommen. Das waren aber auch alles keine Profis.

Im Gegensatz zum Architekten. Der eilt an die Rückwand der Sauna. Die ist fast komplett verglast. Vor den mit Fliegenkot verschmierten Fenster breiten sich Felder bis zum Horizont aus.

„Der Ausblick ist fantastisch!“, ruft der Architekt, während er mit weit ausholenden Bewegungen erst nach draußen, dann in die Höhe deutet.

„Die Fensterfront muss in die Sauna integriert werden! Dann hat man diesen unglaublichen Blick, während man sauniert!“

Er macht ein paar Schritte zur Seite, schiebt sich an der riesigen Kreissäge vorbei, die den Durchgang blockiert und ruft aus: „Und da ist ja sogar noch eine Tür!“

Tatsächlich: Weil die Kreissäge im Weg stand, habe ich nie realisiert, dass die Werkstatt einen zweiten Eingang hat!

Der Architekt stemmt sich mit aller Kraft gegen den Sägetisch, schiebt ihn ein Stück zur Seite und schafft es, die verglaste Tür aufzureißen.

Ich eile ihm nach ins Freie.

„Das ist perfekt!“, erklärt er mir, wieder die Arme ausbreitend. „Das hier ist der Zugang zur Sauna, und hier ist die Liegewiese, perfekt abgeschirmt durch die beiden Obstbäume“ – er zeigt auf den alten Apfelbaum, der an der linken Ecke und den Zwetschgenbaum, der an der rechten Ecke steht – „und vorne nur Felder! Toller geht es nicht!“

Ich bin verblüfft: Er hat recht! Es ist verrückt, dass ich mich seit Monaten mit der Sauna herumquäle – und allen damit auf die Nerven gehe – und niemand hat das gesehen!

„Das ist ein toller Ort!“, verabschiedet sich der Architekt kurze Zeit später von mir, nachdem er sein futuristisches Messgerät vorsichtig in seinem Camper verstaut hat. „Hier ist alles da! Nichts fehlt!“

Stimmt! Man muss es nur sehen…