Die wilde Katzenfamilie des Pema Choling im Historischen Pfarrhof von Dewitz muss eingefangen werden. Das bringt mich an meine Grenzen…

Die wilde Katzenfamilie des Pema Choling im Historischen Pfarrhof von Dewitz muss eingefangen und kastriert werden! https://www.water-runs-east.eu/katzen/

Ohne dass mir das bewusst ist, hoffe ich auf ein Wunder.

Dummerweise vergebens…

Das leidige Thema „Fünf Katzen einfangen und kastrieren“ ist nicht an einem Tag erledigt.

Obwohl der Tierschutz-Mann das in Aussicht gestellt hat. https://www.water-runs-east.eu/katzen-jagd/

Stattdessen sitzen am Abend des Freitag, dem 12. Dezember – anstat fünf – nur drei verstörte Katzen in meinem Badezimmer.

Und lediglich eine von ihnen ist kastriert.

Der arme Mikesch.

Über das Wochenende soll ich die fehlenden zwei Katzen einfangen, hat mir der Herr vom Tierschutz aufgetragen.

Am Montagvormittag wird er alle gefangenen Katzen abholen und zur Kastration bringen.

Am Freitagabend vor dem Schlafengehen laufe ich – die Taschenlampe im Anschag – alle drei Fallen ab, die über das Gelände verteilt sind.

Alle sind leer.

Danach gehe ich zu Bett.

Glücklicherweise hat es Nachts keinen Frost!

Ein paar Stunden überstehen die Tiere unbeschadet in der Falle, hat mir der Herr vom Tierschutz versichert.

Ich schlafe trotzdem schlecht.

Am nächsten Morgen nach dem Aufstehen drehe ich die nächste Runde.

Völlig verschlafen und in Panik.

Was mache ich, wenn die große graue Mutterkatze in die Falle gegangen ist?

Sie ist so scheu!

Und sicher wild!

Ich muss mir eingestehen, dass ich panische Angst vor dieser Katze habe!

Wenn sie in einer der Fallen sitzt, muss ich alleine mit ihr klar kommen. Das ganze Wochenende lang.

Suriyel ist nicht hier! Er muss über das Wochenende arbeiten.

Die Falle hinter der Werkstatt ist leer.

Die am Backhaus ebenfalls.

Ich weiß nicht ob ich erleichtert oder enttäuscht sein soll?

„Wenn du nächsten Winter nicht wieder das gleiche Drama haben möchte, muss die Mutterkatze jetzt eingefangen werden!“, ermahne ich mich selbst.

„Und nächstes Jahr hättest du dann nicht sechs, sondern zehn oder zwölf Katzen! Das kannst du doch nicht ernsthaft wollen???“

Tief in Gedanken bin ich am Weiher angekommen.

Mir stockt der Atem: Die Tür der Lebend-Falle am Holzlager ist geschlossen. Irgendwas Graues sitzt drin!

Ich habe die Mutterkatze gefangen!

Mit klopfendem Herzen nähere ich mich der Falle.

Es sitzt wirklich eine graue Katze drin!

Aber nicht die Mutterkatze, sondern der dicke graue Nachbarskater!

Der ist offensichtlich höchst gekränkt über die lieblose Behandlung.

Als er mich sieht faucht er mich an, das mir ganz anders wird.

Mit zitternder Stimme spreche ich beruhigend auf ihn ein, während ich versuche, den Schließmechanismus der Tür zu lösen.

Sobald sich meine Finger den Gitterstäben nähen, fährt der Kater seine Krallen aus. Dazu faucht und spuckt er, während er mich mit starrem Blick fixiert. Zwischendurch springt er in der Falle herum, dass die nur so scheppert.

Genau so hatte ich mir das vorgestellt!

Und das alles vor der ersten Tasse Kaffee…

Ich lasse den Kater in der Falle zurück und eile in die Werkstatt. Dort ziehe ich meine Rosen-Handschuhe über. Die haben einen extra Schutz gegen Dornen.

Ich hoffe darauf, dass sie auch den Krallen des aufgebrachten Katers standhalten werden.

Mit den dicken Handschuhen ist es doppelt mühsam, den Schließmechanismus der Falle zu entriegeln.

Der Kater kratzt, faucht und spuckt – ich ziehe, zerre und fluche – und auf einmal geht die Tür hoch.

Mit Karacho schießt der graue Kater aus der Falle, jagt über die Wiese und verschwindet hinter dem Gartenzaun.

Ich lasse die Falle stehen und wanke zurück in die Wohnung.

Dort stürze ich zur Kaffeemaschine wie ein Verdurstender zum Brunnen.

Was für ein Tag!

Und er hat gerade mal angefangen…