Im Pema Choling im Historischen Pfarrhof von Dewitz stehen zwanzig Obstbäume. Die reifen Früchte sind Geschenk und Herausforderung zugleich.

Anfang Juni ziehe ich in den Historischen Pfarrhof von Dewitz. https://www.water-runs-east.eu/einzug/

Gerade als die Süßkirschen an den vier Kirschbäumen am Weiher reif werden.

Die Äste biegen sich unter den Früchten. Pünktlich zur Einweihung des Pema Choling sind die Kirschen reif. https://www.water-runs-east.eu/einweihung/

Zur Freude des Lama und der Gäste.

Und der Stare. Die holen sich den Rest, als wieder Ruhe im Pfarrhof eingekehrt ist.

Sie fallen über meine Bäume her wie ein Räuber-Bataillon!

Meine Versuche, sie zu verscheuen, lässt den riesigen Schwarm kalt.

Da kann ich noch so rufen, klatschen, schimpfen und schreien: Kaum bin ich im Haus verschwunden, stürzen sie sich wieder auf meine Kirschen!

Es dauert keine Woche, dann sind die Bäume abgeerntet.

Vier Wochen später sind die sechs Bäume mit den Sauerkirschen reif. Wieder das selbe Spiel: Es dauert nur wenige Tage, dann haben die Stare alle Bäume leer gefressen.

Diesmal bin ich auf die Attacke vorbereitet. Vier Eimer Kirschen kann ich retten und koche vortreffliche Marmelade daraus.

5% der Früchte für mich. 95% für die Stare.

Eine Quote, die jeden Mafia-Paten vor Neid erblassen ließe.

Gleichzeitig mit den Sauerkirschen ist auch der erste Birnbaum reif. Auch er trägt so viele Birnen, dass die Äste sich unter dem Gewicht biegen.

Weil ich nicht gleichzeitig Birnen und Kirschen verarbeiten kann, bekomme ich satte vier Birnen ab.

Den Rest fressen die Stare.

Und die Wespen und Hornissen.

Es handelt sich um Arbeitsteilung, stelle ich frustriert fest: Die Stare picken drei oder vier Mal in eine Birne. Die Löcher in der harten Schale nutzen die Insekten als Eingang. Innerhalb von Stunden höhlen sie die Früchte aus.

Ich traue mich nicht mehr in die Nähe des Baumes, weil der so von Wespen und Hornissen belagert ist.

Glücklicherweise habe ich weitere Birnbäume. Zwei verschieden Sorten sind es, die erst Ende September reif sind.

Der größere der beiden Birnbäume ist berühmt im Dorf!

Mehrmals werde ich von Nachbarn darauf angesprochen, wie viele Früchte der Baum jedes Jahr tragen würde und wie hervorragend deren Qualität wäre.

Frank – der verstorbene Vorbesitzer – hat den Nachbarn jedes Jahr Kisten Birnen vorbei gebracht.

Ich biete den Nachbarn an, selbst vorbeizukommen und zu pflücken. Was sie auch tun.

Ohne dass der Baum erkennbar weniger Früchte tragen würde.

Ich pflücke Eimer voller Birnen und koche Kompott daraus.

Nach 20 Kilo Kompott ist es genug. Irgendjemand muss das ja alles essen!

Was soll ich nur mit den ganzen Birnen machen?

Das erste Mal habe ich etwas Muse zum Nachdenken.

Denn gleichzeitig mit den Birnen sind auch die Weintrauben an der Hauswand reif.

Die mögen die Stare lieber.

Mein Vorschlag, Birnen und Äpfel zum Mosten zu bringen, stößt bei Suriyel auf taube Ohren. Wir trinken beide keinen Obstsaft. Und es gibt so viel wichtigeres im Pfarrhof zu erledigen!

Ich pflücke Eimer voller Äpfel und lagere sie in einem der leeren Räume im unsanierten Haupthaus ein.

Nur: Was soll ich mit den Birnen machen?

Irgendwas muss mir einfallen!

Ich habe nicht vor, sie den Staren zu überlassen!