Das Pema Choling im Historischen Pfarrhof von Dewitz bekommt eine Sauna! Und einen kleinen Campingplatz…

Anfang September kommt der Architekt aus Hamburg zu mir ins Pema Choling im Historischen Pfarrhof von Dewitz. Er muss die Gebäude vermessen, denn es existieren keine Grundrisse oder Pläne.
Weil der Architekt nicht weiß, wie lange er für die Aktion brauchen wird, kommt er in seinem Camper. Damit er notfalls bei mir übernachten kann.
Nach seiner Ankunft diskutieren wir, wo er seinen Campingbus parken soll. „Strom“, erkläre ich ihm, „gibt es im Pavillon, am Heizungsraum und in der Werkstatt.“
Der Architekt wandert mit Camper-Blick über das Gelände. Schließlich stellt er seinen Camping-Bus auf der großen Wiese hinter der Werkstatt ab.
Unnötigerweise, stellt sich im Laufe des Vormittags heraus. Die Vermessung geht reibungslos über die Bühne. Bereits am frühen Nachmittag sind alle Daten erhoben.
Dass der Architekt mit seinem Camper gekommen ist, erweist sich trotzdem als Glücksfall!
Denn als er mir nach dem gemeinsamen Mittagessen den perfekten Platz für meine Sauna in der Werkstatt präsentiert, findet er – hopplahopp – gleich noch eine Lösung dafür, wie sich die Kosten des Sauna-Baus refinanzieren lassen.
„Eröffnen sie einen Camping-Platz!“
Ich bin verblüfft: „Einen Camping-Platz? Im Ernst?“
„Aber ja!“, erklärt mir der Architekt. „Es ist alles da, was Camper brauchen und wollen! Sie können im Grunde sofort anfangen, Stellplätze zu vermieten!“
Wir wandern um die Werkstatt herum zur großen Wiese. Die hat 2000 Quadratmeter. Die obere Hälfte vor dem Haupthaus ist Streuobstwiese. Der untere Teil vor der Werkstatt ist einfach nur flach und grün.
Zu den Nachbarhäusern hin hat Frank – der verstorbene Vorbesitzer – einen hohen grünen Sichtschutzzaun gezogen.
Die Grundstücksgrenze zu den Feldern hin ist offen. Und der Ausblick fantastisch. Ich genieße ihn immer, wenn ich meine frischgewaschene Wäsche auf die lange Wäscheleine neben dem Heizungsanbau hänge.
Die Wiese ist das Refugium der Wildtiere: Am Abend äsen Rehe darauf. Ein Fuchs hält regelmäßig seinen Mittagsschlaf unter dem Apfelbaum am Zaun. Die Stare räumen die Obstbäume ab. Im Spätsommer üben sich die jungen Turmfalken dort im Jagen und Fliegen. https://www.water-runs-east.eu/schreihals/
Mir macht die Wiese vor allem Arbeit: Drei Stunden brauche ich, um sie zu mähen.
Dass ich dort Stellplätze für Camper anbieten könnte, auf die Idee wäre ich nie gekommen.
„Die Wiese ist perfekt!“, erklärt mir der Architekt, während er das Stück hinter der Werkstatt abschreitet. „Komplett eben und das Regenwasser scheint sich hier auch nicht zu stauen!“
„Theoretisch passen mindestens sieben Stellplätze drauf, aber es gibt rechtliche Limitierungen. Das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Da müssen sie sich erkundigen.“
Ich mache mir eine mentale Notiz, zügig die Rechtslage zu recherchieren.
„Die Campinggäste können das Badezimmer im unsanierten Hausteil benutzen. Das ist doch in Ordnung!“ Nachdem der Architekt es gerade vermessen hat, weiß er Bescheid.
„Sie haben Strom.“, fährt er fort. „Haben Sie einen Gartenwasseranschluss?“
Ich nicke.
„Sie haben Frischwasser.“
„Abwasserentsorgung haben sie nicht, aber das ist nicht unbedingt notwendig.“ Ich nicke, obwohl ich kein Wort verstehe.
Wir wandern an der Werkstatt vorbei vor das Haupthaus. „Das große Tor ist perfekt für Campingbusse.“, stellt der Architekt zufrieden fest. „Die Zufahrt hat die richtige Breite und ist befestigt. Schöner geht es nicht!“
Wir machen vor dem Weiher halt. „Und sie haben sogar noch eine offene Feuerstelle am Weiher! Das ist das Tüpfelchen auf dem „i“!“
„Wenn es hier auch noch eine Sauna gibt, kommen die Camper auch im Herbst und Winter. Das ist eine gute Investition!“
Der Architekt zeigt mir zwei Apps auf seinem Handy für Individual-Camper. „Da können sie ihre Stellplätze anbieten. Ich bin mir sicher, sie werden ständig ausgebucht sein, wenn sich das ein bisschen herumgesprochen hat!“
Nachdem mich der Architekt verlassen hat, recherchiere ich die rechtlichen Auflagen für einen Campingplatz in Mecklenburg-Vorpommern.
Ohne größere Schwierigkeiten finde ich online die entsprechende Verordnung.
Mit Schaudern lese ich, dass ein Campingplatz befestigte, beleuchtete Wege braucht, eine Feuerwehrzufahrt, nach Geschlechtern getrennte Waschgelegenheiten und Toiletten, sowie ein ausgefeiltes Entsorgungssystem.
Ab fünf Stellplätzen.
Der Camping-Platz des Pema Choling wird deshalb sehr klein ausfallen. Und dafür ohne Flutlichtanlage und Feuerwehrzufahrt auskommen.
Mit vier Stellplätzen ist es wohl eher ein Camping-Plätzchen…
Den Wildtieren und den Katzen des Pema Choling wird das nur recht sein.
Und mir auch…
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