Seit ich im Pema Choling im Historischen Pfarrhof von Dewitz lebe, träume ich von einer Sauna. Vielleicht wäre ein Sauna-Zelt die Lösung?

Ich liebe Sauna!
Deshalb recherhierte ich bereits Anfang Juni – kurz nach meinem Einzug in den Historischen Pfarrhof von Dewitz – nach einer Sauna in der Nähe meines neuen Zuhauses.
Frustrierendes Ergebnis: Es gibt keine!

In den nächsten Wochen und Monaten lerne ich, dass vieles, was für mich bisher selbstverständlich war, in meinem neuen Zuhause außer Reichweite ist:
Ein vernünftiger Bio-Supermarkt, zum Beispiel.
Oder eine Bio-Gemüse-Kiste.
Oder ein Drogeriemarkt…
Ich lerne, mich mit dem Gemüse vom Discounter zu begnügen, meine Ausflüge zum Drogeriemarkt langfristig zu planen und mich auf das erste selbstgezogene Bio-Gemüse aus dem eigenen Garten zu freuen.

Aber damit, dass ich keine Sauna habe, kann ich mich nicht abfinden!
Die Nachbarn hinter der Remise, denen ich meinem Schmerz klage, präsentieren mir stolz ihre persönliche Lösung: eine winzige Infrarot-Sauna im Wintergarten. Gerade groß genug, dass sie zu zweit reinpassen.
So etwas in der Art, erklären mir die beiden, hätten hier viele.
Aha.
Eine Sauna für das Pema Choling würde Sinn machen, denke ich mir. Nicht nur ich liebe Saunagänge. Irgendwann, wenn hier Veranstaltungen stattfinden und Gäste kommen werden.
Aber noch ist es nicht so weit.
Die Eröffnung des Pema Choling ist für 2027 geplant.
Frühestens.
Das bedeutet: zwei bis drei Jahre ohne Saunagang!
Suriyel stört das nicht. Er findet, es gibt unendlich viel wichtigeres im Pema Choling zu tun, als ausgerechnet eine Sauna zu bauen.
Ich brauche eine Übergangslösung!
Eine Freundin rät zur Fasssauna. Die könne ich im Garten aufstellen, unabhängig von Sanierung oder nicht Sanierung.
Fassaunen, stelle ich fest, sind nicht ganz billig. Und schön, finde ich, sind sie auch nicht. Sie werden „bis Bordsteinkante“ geliefert, lerne ich. Das riesige Fass müsste in bezahlbarer Weise die letzten 200 Meter auf die Wiese hinter dem Haus transportiert werden. Nur wie? Und von wem?
Also keine Fasssauna.
Frustriert suche ich weiter und entdecke: ein Sauna-Zelt! Die billigsten gibt es ab etwa 800€. In Skandinavien und Kanada – Ländern mit wenig Menschen und vielen Seen – scheint es üblich zu sein, Saunazelte an Seeufern aufzuschlagen, das klappbare Saunaöfchen mit Holz zu beheizen und nach dem Saunagang in den See zu springen.
Ich bin entzückt!
Schließlich lebe ich jetzt auch in einem Land(kreis) mit wenig Menschen und vielen Seen – der Mecklenburgischen Seenplatte!
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass ich ein Saunazelt an einem See aufschlagen darf – warum nicht auf dem heimischen Grundstück am Weiher?
Ein hübsches Saunazelt aus Japan für 1000€ hat es mir besonders angetan. Es würde sich ausgezeichnet am Weiher machen, finde ich.
An einem warmen Abend Anfang September, gemütlich am Lagerfeuer am Weiher sitzend, male ich mir – und Suriyel – aus, wie wir im Herbst und Winter an dieser Stelle Saunagänge im Saunazelt absolvieren werden.
Zu meiner Verblüffung ist Suriyel strikt gegen das Saunazelt: „Da gehst du drei Mal rein und danach steht es rum!“
„Ganz bestimmt nicht! Wenn das da ist, dann nutze ich das auch!“ Ich bin ernsthaft beleidigt.
Suriyel ruft die Anzeige auf dem Handy auf, die ich ihm ein paar Tage zuvor geschickt hatte. „1000 Euro für ein Zelt und einen billigen Ofen? Das ist doch völlig überteuert!“
„Es kommt aus Japan! Und die Folie hat speziellen Hitze- und Dämmschutz!“
Suriyel zeigt mir einen Vogel: „Das ist eine normale Zeltplane!“
„Ich will aber eine Sauna!“
Suriyel kämpft mit sich. Die Aussicht, dass ich unglaubliche 1000€ für Schrott ausgeben könnte, findet er unerträglich.
Dass er in die Verantwortung für meine Sauna-Wünsche kommt, will er aber auch nicht.
„Dann kauf doch einen Sauna-Ofen für den Pavillon! Wenn du den hochheizt, ist der Pavillon eine Sauna und wenn wir den nur ein bisschen einheizen, dann ist der Pavillon warm und kann im Winter genutzt werden.“
Ich bezweifle sehr, dass das funktioniert. Aber das Sauna-Zelt zu bestellen, traue ich mir nach dieser Auseinandersetzung nicht mehr.
Wenn es wirklich nichts taugt, muss ich mir das für den Rest meines Lebens anhören.
Oder zumindest für die nächsten zehn Jahre.
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